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22.10.2012

14:21 Uhr

Krisenländer korrigieren Statistik

Griechenlands Defizit höher als erwartet

Nicht nur Athen hat immer noch Probleme mit der staatlichen Buchhaltung. In allen Krisenländern muss das Haushaltsdefizit für 2011 revidiert werden - nach oben. Dagegen kann sich Deutschland über bessere Zahlen freuen.

Demonstranten protestieren vor dem Parlament gegen den harten Sparkurs der Regierung. dpa

Demonstranten protestieren vor dem Parlament gegen den harten Sparkurs der Regierung.

Das griechische Defizit 2011 ist höher ausgefallen als erwartet. Wie Eurostat und die griechische Statistikbehörde Elstat am Montag in Athen mitteilten, lag die Neuverschuldung nach vorläufigen Zahlen bei 9,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und die Gesamtverschuldung bei 170,6 Prozent des BIP. Im April war das Statistikamt für das vergangene Jahr noch von 9,1 Prozent und 165,3 Prozent ausgegangen.

Die internationalen Vorgaben für das vom Bankrott bedrohte Land sehen vor, dass Griechenland bis zum Jahr 2020 wieder einen Gesamtschuldenstand von 120 Prozent erreicht, davon scheint sie nun weiter entfernt denn je.

Die griechische Reformbilanz im Überblick. Hier klicken.

Die griechische Reformbilanz im Überblick. Hier klicken.

Die Regierung in Athen will im November weitere Kürzungsmaßnahmen durchs Parlament bringen, um die Forderungen der Gläubiger-Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) zu erfüllen. Athen soll ein Sparpaket im Umfang von 13,5 Milliarden Euro vorlegen, damit die Troika die dritte Kredittranche über 31 Milliarden Euro aus dem insgesamt 130 Milliarden Euro schweren Hilfspaket freigibt. Der Bericht der Troika über den Stand der Umsetzung der Spar- und Reformvorgaben in Griechenland steht noch aus.
Auch in anderen Euro-Krisenstaaten waren die Defizite 2011 größer als bisher erwartet. Laut Eurostat lag das tatsächliche Defizit in Spanien mit ebenfalls 9,4 Prozent fast einen ganzen Prozentpunkt höher als die bisher angenommenen 8,5 Prozent. In Portugal gab es 4,4 statt 4,2 und in Irland 13,4 statt 13,1 Prozent Defizit.

Insgesamt aber sanken die Defizite in allen 17 Euro-Staaten auf 4,1 (2010: 6,2) Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Verschuldung stieg jedoch von 85,4 (2010) auf 87,3 Prozent im Jahr 2011.

Eurostat korrigierte - wie üblich - am Montag die im Frühjahr veröffentlichten vorläufigen Zahlen des Jahres 2011.

Deutschlands Defizit lag im vergangenen Jahr bei 0,8 Prozent des BIP. Im Frühjahr war Eurostat noch von 1,0 Prozent ausgegangen. Der Rückgang beruhe auf „aktualisierten Datenquellen“ für Ausgaben und Einnahmen der Länder und Gemeinden. Auch die Verschuldung Deutschlands war Ende 2011 mit 80,5 Prozent des BIP etwas niedriger als die bisher erwarteten 81,2 Prozent. Nur in Luxemburg (0,3) und Finnland (0,6 Prozent) war das Budgetdefizit noch geringer.

Im vergangenen Jahr lag laut Eurostat in 17 der 27 EU-Staaten das Haushaltsdefizit höher als die erlaubten 3,0 Prozent. In 14 Mitgliedstaaten war der Anteil der Schulden am Bruttoinlandsprodukt größer als die erlaubten 60 Prozent. Der Schuldenstand der 17 Euro-Staaten betrug Ende 2011 8,2 Billionen Euro. Alle 27 EU-Staaten gemeinsam kamen auf 10,4 Billionen Euro. In der EU stieg der Anteil der Schulden am BIP damit innerhalb eines Jahres von 80,0 auf 82,5 Prozent.

Von

dpa

Kommentare (27)

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Republikaner

22.10.2012, 12:26 Uhr

Die knacken bestimmt noch den ESM jackpot! Wetten werden angenommen - das Casino ist eröffnet.

OPFERMITTELSCHICHT

22.10.2012, 12:28 Uhr

Falsch...die opfern die deutsche Mittelschicht für Ihr antidemokratisches Wahnsinnsprojekt. Herr Schäuble steckt mit denen unter einer Decke, sowie GRÜNEFDPCDUCSU! Wer hier noch die mainstream wählt muss so doof naiv sein, dass es weht tut.

Republikaner

22.10.2012, 12:29 Uhr

Wer übernimmt eigentlich den Anteil Giechenlands am ESM von 19 Mrd, da das Land faktisch insolvent ist?
Wäre doch mal eine sportive Herausforderung an einen qualifizierten Journalisten!

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