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11.01.2015

22:18 Uhr

Krisenlösung in der Ukraine?

Poroschenko kritisiert Russlands Einmischung

Neuer Anlauf zur Lösung der Ukraine-Krise: Außenminister Steinmeier berät mit drei Amtskollegen in Berlin, Kanzlerin Merkel fordert von Kremlchef Putin konkrete Schritte und Lettland setzt ein Zeichen.

Petro Poroschenko: Vor dem Außenminister-Treffen zur Ukraine-Krise in Berlin hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Russland eine Verschärfung des Konflikts vorgeworfen. dpa

Petro Poroschenko: Vor dem Außenminister-Treffen zur Ukraine-Krise in Berlin hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Russland eine Verschärfung des Konflikts vorgeworfen.

Kiew/BerlinVor dem Außenminister-Treffen zur Ukraine-Krise in Berlin hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Russland eine Verschärfung des Konflikts vorgeworfen. Bei einem Telefonat mit Merkel sagte Poroschenko, die moskautreuen Separatisten würden die vereinbarte Feuerpause nicht einhalten und weiter aus Russland mit Nachschub versorgt. Die Kanzlerin zeigte sich besorgt über die Spannungen und die humanitäre Lage in der Ukraine.

Merkel habe sich bei den Telefonaten mit Poroschenko und auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zwar zu einem internationalen Ukraine-Gipfel bereiterklärt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Dafür müsse es aber konkrete Fortschritte etwa bei der Frage einer Waffenruhe und der Festlegung der Demarkationslinie geben.

Bei einem kurzen Treffen im Élysée-Palast tauschten sich am Sonntag Merkel, Poroschenko und Frankreichs Staatspräsident François Hollande über die Ukraine-Krise aus. Das Treffen dauerte eine Viertelstunde.

An diesem Montag kommen die Außenminister von Deutschland, Russland, der Ukraine und Frankreich in Berlin zu Gesprächen über die schwere Krise zusammen. Bei dem Konflikt im Osten der Ex-Sowjetrepublik kamen seit April 2014 bereits mehr als 4700 Menschen ums Leben.

Unter den Toten sind auch die 298 Opfer des Absturzes des malaysischen Passagierflugs MH17 Mitte Juli. Nach Recherchen eines Journalistenteams soll die Maschine von russischen Soldaten abgeschossen worden sein. Dieser bereits früher von der Führung in Kiew geäußerte Vorwurf sei von Recherchen in der Region untermauert worden, teilten das Magazin „Der Spiegel“ sowie die niederländische Zeitung „AD“ und das Internetportal „correctiv“ mit. Russland und die Separatisten hatten die Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen.

Zum Auftakt der EU-Ratspräsidentschaft Lettlands besuchte Außenminister Edgars Rinkevics demonstrativ die krisengeschüttelte Ukraine. Er sei sich mit seinem Amtskollegen Pawel Klimkin einig, dass Russland mehr tun müsse für eine sichere Grenze zum Unruhegebiet Ostukraine, betonte Rinkevics in Kiew.

Bei erneuten Gefechten zwischen Regierungseinheiten und prorussischen Aufständischen kamen mindestens drei Soldaten ums Leben, wie Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat in Kiew mitteilte. Bei den Kämpfen nahe dem ostukrainischen Lugansk wurden zudem mehr als 20 Armee-Angehörige verletzt. Beide Seiten warfen sich vor, die in der weißrussischen Hauptstadt Minsk beschlossenen Friedensvereinbarungen zu brechen.

Russland drohte der Ukraine unterdessen, das vor dem Staatsbankrott stehende Land weiter finanziell unter Druck zu setzen. Da Kiew wichtige Bedingungen verletzt habe, werde Moskau einen Kredit von drei Milliarden US-Dollar (etwa 2,5 Milliarden Euro) vermutlich vorzeitig zurückfordern, sagte Finanzminister Anton Siluanow der Agentur Interfax.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Frau Helga Trauen

12.01.2015, 08:18 Uhr

Aha, ein kompetentes Journalistenteam (wie waren die vernetzt? Atlantikbrücke?) haben also den Abschuß von MH17 untersucht. Mit dem Ergebnis. Die Mainstreammedien sollten sich nicht mehr wundern, als "Lügenpresse" tituliert zu werden. Diese Märchen sind einfach unglaublich. Und noch unglaublicher, dass es Personen gibt, die das glauben... Entsetzlich, diese Theater-Demokratie und die bewußte und planvolle Verarschung der öffentlichen Meinung!

Herr Walter Gerhartz

12.01.2015, 10:45 Uhr

Außerdem bilden sich unsere dummen Politiker nach wie vor ein, Europa könnte auch von den Weltherrschaftsplänen des amerikanischen Militär-Finanz-Komplexes ein Stück abbekommen.
Wenn es Herrchen üppig geht wirft er ihnen auch ein paar gute Brocken zu.
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Ich versichere Merkel & Co.: Das ist in Anbetracht der aktuellen Verbrechen dieser Halunken nicht nur pervers sondern auch illusorisch: Europa ist ein Werkzeug und nichts anderes.
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Das amerikanische Kapital teilt mit niemandem, nicht mal mit den Amerikanern.

Herr Walter Gerhartz

12.01.2015, 10:50 Uhr

Kredit an die Ukraine ? Das sind Geschenke um Russen zu ermorden. Um Krieg zu führen Gegen das Eigene Volk.
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Der Krieg wäre schnell vorbei ohne Geschenke und Waffen von der USABRDEU. Die Ukraine ist nicht Kreditwürdig. Was die Merkel macht ist Untreu wer VERKLAGT Sie endlich ?

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