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04.09.2012

17:52 Uhr

Krisenstaat

Arbeitslosigkeit in Spanien steigt weiter

Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist zum wiederholten Male gestiegen. Indes soll der Bankenrettungsfonds für die angeschlagenen Institute aufgestockt werden. Ein Besuch von Kanzlerin Merkel steht bevor.

Spaniens Premier Mariano Rajoy: Gespräche mit Kanzlerin Merkel stehen für diese Woche auf dem Plan. dpa

Spaniens Premier Mariano Rajoy: Gespräche mit Kanzlerin Merkel stehen für diese Woche auf dem Plan.

MadridZwei Tage vor einem geplanten Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Madrid hat Spanien am Dienstag einen erneuten Anstieg der Arbeitslosigkeit bekannt gegeben. Zur Stützung der angeschlagenen spanischen Banken wurde zudem eine Aufstockung des staatlichen Bankenrettungsfonds FROB in Aussicht gestellt. Hintergrund ist vor allem die angekündigte Finanzspritze im Umfang von 4,5 Milliarden Euro für das Kreditinstitut Bankia. Die Zinsen für spanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren mit lagen am Dienstag bei 6,6 Prozent - und damit weiter nur knapp unter dem als langfristig untragbar angesehenen Wert von sieben Prozent.

Die Kapitaldecke des Bankenrettungsfonds werde um sechs Milliarden Euro auf dann 15 Milliarden erhöht, verlautete am Dienstag aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums in Madrid. Eine Finanzierung der neuen Kapitalspritze könnte über die Ausgabe von Anleihen erfolgen. Eine diesbezügliche Entscheidung stehe aber noch aus, hieß es.

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Schlechte Nachrichten hatte nach fünf Monaten der Entspannung das Arbeitsministerium zu vermelden: Die Arbeitslosenquote stieg im vergangenen Monat um 0,8 Prozent. Den Angaben zufolge meldeten sich 38.179 mehr Menschen arbeitslos. Damit hatten im August demnach 4,62 Millionen Menschen in Spanien Anspruch auf Arbeitslosenhilfe. Trotz der schweren Rezession sei die Zahl der neu gemeldeten Arbeitslosen allerdings von 51.185 im Vorjahreszeitraum gesunken, hieß es weiter. Am Ende des zweiten Quartals hatte Spanien mit 24,6 Prozent die höchste Arbeitslosenrate der Europäischen Union gemeldet.

Die weiterhin angespannte Wirtschaftslage wird auch eines der zentralen Themen bei den geplanten Gesprächen von Angela Merkel mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy sein. Parallel findet in Madrid ein deutsch-spanisches Unternehmertreffen statt, an dem auch Wirtschaftsminister Luis de Guindos teilnehmen soll.

Ob Spanien bald Hilfe aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF beantragen wird, ließ der Minister am Dienstag offen. "Erst einmal müssen die Bedingungen geklärt sein", sagte er dem "Handelsblatt". Die EZB-Ratssitzung diese Woche und die Sitzung der Euro-Finanzminister in zwei Wochen würden da Klärung bringen. Am Donnerstag will sich das Leitungsgremium der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Anleihekäufen beschäftigen, die die Zinsen drücken sollen.

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