Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.07.2014

11:36 Uhr

Kritik an Spionage

Putin will Initiative für Datensicherheit starten

„Offenkundige Heuchelei“ nennt der russische Präsident Putin die Spionage zwischen verbündeten westlichen Staaten. Mit anderen Staaten will er ein System zur internationalen Informationssicherheit entwickeln.

Russlands Präsident Wladimir Putin wettert gegen das westliche Bündnis und die gegenseitige Spionage. ap

Russlands Präsident Wladimir Putin wettert gegen das westliche Bündnis und die gegenseitige Spionage.

MoskauDer russische Präsident Wladimir Putin hat die Spionage westlicher Staaten als „offenkundige Heuchelei“ in den Beziehungen zwischen Verbündeten bezeichnet. Cyber-Spionage sei zudem „ein Eingriff in die Souveränität eines Landes, ein Verstoß gegen Menschenrechte und ein Eindringen in die Privatsphäre“, sagte Putin der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass und der kubanischen Prensa Latina nach Angaben vom Freitag. Kurz vor seinem Aufbruch zu einer Lateinamerika-Reise bot Putin an, mit anderen Staaten „ein System von Maßnahmen zu entwickeln, um die internationale Informationssicherheit zu gewährleisten“.

Die Bundesregierung hatte am Donnerstag den obersten Repräsentanten der US-Geheimdienste in Deutschland zur Ausreise aufgefordert. Zuvor waren Verdächtigungen bekannt geworden, wonach US-Geheimdienste zwei deutsche Spione angeworben haben sollen. Die Beziehungen der beiden Verbündeten werden bereits seit mehr als einem Jahr durch die Enthüllungen zu der massiven Überwachung von Internet und Telefonen durch den US-Geheimdienst NSA belastet. Der US-Geheimdienst zapfte in der Vergangenheit offenbar auch das Mobiltelefon von Kanzlerin Merkel an.

Russische Nachrichtendienste

Ziviler Auslandsnachrichtendienst SWR

Der zivile Auslandsnachrichtendienst SWR (Slushba Wneschnej Raswedki) betreibt mit mehr als 13.000 Mitarbeitern Spionage in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie. Zu weiteren wesentlichen Aufgaben gehören die Ausforschung von Zielen und Arbeitsmethoden westlicher Nachrichtendienste und Sicherheitsbehörden sowie die elektronische Fernmeldeaufklärung. Darüber hinaus wirkt der SWR auch an der Bekämpfung des internationalen Terrorismus und der Proliferation mit.

(Quelle: Bundesverfassungsschutzbericht 2012)

Militärischer Auslandsnachrichtendienst GRU

Der militärische Auslandsnachrichtendienst GRU (Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije) verfügt über etwa 12.000 Mitarbeiter, die schwerpunktmäßig mit der Informationsbeschaffung in den Bereichen Sicherheitspolitik und Militär befasst sind. Zu ihren Zielobjekten zählen Bundeswehr, Nato und andere westliche Verteidigungsstrukturen, aber auch militärisch nutzbare Technologien.

Inlandsnachrichtendienst FSB

Der Inlandsnachrichtendienst FSB (Federalnaja Slushba Besopasnosti) verfügt über ein besonders breit gefächertes Aufgabenspektrum sowie über umfangreiche Befugnisse. Zu seinen Kernaufgaben gehören die zivile und militärische Spionageabwehr, die Beobachtung des politischen Extremismus sowie die Bekämpfung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität (OK). Neben der Beteiligung an den fortdauernden Auseinandersetzungen im Nordkaukasus soll er die russische Industrie vor Wirtschaftsspionage und OK sowie ausländische Investoren vor Wirtschaftskriminalität schützen und proliferationsrelevante Aktivitäten in Russland unterbinden.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×