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04.04.2013

03:17 Uhr

Kritik nach Atomdrohung

„Wir müssen diese Bedrohung ernst nehmen“

Der neue US-Verteidigungsminister hat seine erste Krise: Nordkoreas Drohungen dürfe man nicht unterschätzen. „Man braucht nur einmal falsch liegen“, sagte Hagel - und entsandte ein Raketenabwehrsystem in die Region.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel: „Man braucht nur einmal falsch liegen, und ich möchte nicht der Verteidigungsminister sein, der falsch liegt.“ dpa

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel: „Man braucht nur einmal falsch liegen, und ich möchte nicht der Verteidigungsminister sein, der falsch liegt.“

WashingtonNordkorea stachelt den Konflikt mit den USA und dem Süden weiter an. Ein Sprecher des Generalstabs der nordkoreanischen Volksarmee erklärte über den englischsprachigen Dienst der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, Nordkoreas Militär habe offiziell grünes Licht für einen Angriff gegen die USA gegeben, der auch den Einsatz von Atomwaffen einschließt. Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden, kritisierte die jüngste Verschärfung der Kriegsrhetorik.

Die Drohung werde nur dazu führen, Nordkorea weiter von der internationalen Gemeinschaft zu isolieren und die Wirtschaft des Landes zurückwerfen. Verteidigungsminister Chuck Hagel gab zu, die Drohungen würden ernst genommen. Von Nordkorea gehe eine "reale und klare Gefahr" aus. Um das eigene Territorium künftig besser zu schützen, soll auf der Insel Guam im Pazifik ein Raketenabwehrsystem stationiert werden. Tarnkappenbomber und Kriegsschiffe befinden sich bereits in der Region.

Arbeiter ausgesperrt: Nordkoreas Grenzen bleiben zu

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Kim Jong Un bleibt in seinem riskanten Macht-Poker stur und legt noch einen drauf: Arbeiter aus dem Süden mussten auch heute vor der Grenze umkehren. Die Armee gab außerdem grünes Licht für Atomangriffe gegen die USA.

Experten sind der Meinung, dass Nordkorea weit davon entfernt ist, dass US-Festland mit einer Atomwaffe treffen zu können. Bereits in der Vergangenheit hatte das bitterarme Land den USA mehrmals mit einem Erstschlag gedroht und dabei unter anderem auch Guam ins Spiel gebracht sowie jüngst erklärt, sich im Kriegszustand mit Südkorea zu befinden. Mit diesen Drohungen reagierte der neue Machthaber Kim Jong Un auf eine Verschärfung der Sanktionen nach einem dritten Atomtest im Februar.

Die Finanzmärkte reagierten besorgt. Das südkoreanische Won fiel am Donnerstag auf Sechs-Monats-Tief und die US-Aktienmärkte gaben nach. "Ich würde sagen, die Menschen nehmen es diesmal deutlich ernster als bisher", sagte Calvert-Stratege Steve Van Order. Trotz der Kriegsrhetorik und Abriegelung des gemeinsamen Industriegebiets Kaesong gibt es bisher laut US-Präsidialamt keine militärischen Anzeichen dafür, dass Nordkorea seine 1,2 Millionen Soldaten auf einen Krieg vorbereitet.

Ein Sprecher des Generalstabs der nordkoreanischen Volksarmee erklärte über KCNA, er informiere die Regierung und das Verteidigungsministerium in Washington offiziell darüber, dass "dieser gnadenlose Einsatz der Streitkräfte" endgültig geprüft und genehmigt worden sei. Die "stetig eskalierende feindselige Politik der USA gegen Nordkorea sowie ihre rücksichtslose nukleare Drohung" würden "vom starken Willen" der gesamten Streitkräfte und des Volkes sowie "kleineren, leichteren diversifizierten nuklearen Angriffsmitteln auf dem neuesten Stand" niedergeschmettert.

Die USA lassen ebenfalls seit Wochen ihre Muskeln spielen und betonen, sie stünden an der Seite ihrer Verbündeten. Hagel bezeichnete das Verhalten Amerikas als angemessen, verantwortlich und ernsthaft. Man arbeite auch mit China zusammen, einem der wenigen verbliebenen Verbündeten Nordkoreas. Im Rahmen der Unterstützung der Verbündeten kündigte das US-Verteidigungsministerium an, den Verkauf von Tarnkappenbombern von Lockheed Martin oder Boeing an Südkorea genehmigt zu haben.

Südkorea plant den Kauf von 60 Maschinen. Die US-Anbieter sind jedoch nicht einzigen Konzerne, die sich im Rennen um den Auftrag befinden. Auch der Eurofighter Typhoon gilt als ein Option.

Von

dpa

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