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26.04.2016

01:52 Uhr

Kritik um Formulierung

Polnisches Gericht lehnt Klage gegen ZDF ab

Weil das ZDF in einer Ankündigung für eine Dokumentation Auschwitz und Majdanek als polnische Konzentrationslager bezeichnete, klagte ein Holocaust-Überlebender. Ein polnisches Gericht hat die Klage nun zurückgewiesen.

Ein polnisches Gericht hat die Klage eines Holocaust-Überlebenden gegen das ZDF wegen der Bezeichnung von Auschwitz und Majdanek als polnische Konzentrationslager zurückgewiesen. AP

Auschwitz II-Birkenau

Ein polnisches Gericht hat die Klage eines Holocaust-Überlebenden gegen das ZDF wegen der Bezeichnung von Auschwitz und Majdanek als polnische Konzentrationslager zurückgewiesen.

WarschauEin Gericht in Polen hat die Klage eines Holocaust-Überlebenden gegen das ZDF wegen der Bezeichnung von Auschwitz und Majdanek als polnische Konzentrationslager zurückgewiesen. Das Gericht in Krakau erkannte am Montag zwar an, dass der Kläger Karol Tendera durch die Wortwahl in seine persönliche Würde und seine nationale Identität „verletzt“ worden sei. Der Sender habe sich jedoch in zwei Briefen an den 93-Jährigen „wirksam“ entschuldigt und zudem eine Erklärung auf seiner Website veröffentlicht.

Der Fall geht auf den Sommer 2013 zurück. Damals hatte das ZDF in einer Ankündigung für eine Dokumentation über die Befreiung der Konzentrationslager durch die Rote Armee von den „polnischen Vernichtungslagern Majdanek und Auschwitz“ gesprochen.

Nach dem Urteil sagte einer von Tenderas Anwälten der polnischen Nachrichtenagentur PAP, ihr Mandant werde in Berufung gehen, denn die Ausführungen würden ihm nicht genügen. Er kritisierte das Gericht dafür, dass es dem Sender nicht untersagt wurde, die Formulierung in Zukunft wieder zu wählen und es ihm nicht auferlegt worden sei, Geld an eine Organisation zur Wahrung der polnischen Identität zu leisten. Auch die Regierung in Warschau hatte sich in der Vergangenheit mehrfach von ähnlichen Formulierungen in ausländischen Medien und von Politikern irritiert gezeigt.

Von

afp

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