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06.09.2011

19:25 Uhr

Kritiker jubeln

EU-Richter stoppen Gen-Honig

Die obersten EU-Richter haben die Befürworter der Gentechnik gestärkt: Honig mit Spuren veränderter Pflanzen darf nicht einfach in die Supermärkte kommen. Kritiker sprechen von einem „Meilenstein“.

Eine von Carnica-Bienen besetzte Honigwabe: Die Gegner von Gen-Honig sehen sich nach dem Urteil des EuGH bestärkt. dpa

Eine von Carnica-Bienen besetzte Honigwabe: Die Gegner von Gen-Honig sehen sich nach dem Urteil des EuGH bestärkt.

LuxemburgHonig hat auf deutschen Frühstückstischen einen prominenten Platz, gut ein Kilogramm vernaschen die Deutschen pro Jahr. Doch was genau von den Bienen gesammelt wird, interessiert nicht mehr nur die Feinschmecker: Ein Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs macht Honig jetzt zum Mittelpunkt in der Diskussion um den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft - vor allem die Gegner sehen sich dadurch gestärkt.

Der Richterspruch sei ein „historischer Erfolg“ und „Meilenstein“, freuten sich Umweltverbände, deutsche Imker und die Grünen. Denn die Juristen stellten sich auf die Seite der Verbraucher und bestätigten eine Null-Toleranz-Linie in punkto Gentechnik: Käufer müssten wissen, wenn Lebensmittel auch nur minimale Spuren von Genpflanzen enthalten. Denn mögliche Risiken für die Gesundheit seien nicht genau erforscht.

Damit gaben sie dem Hobbyimker Karl Heinz Bablok aus Bayern Recht. Er hatte in seinem Honig Pollen von Genmais entdeckt, der 500 Meter von seinen Bienenstöcken entfernt zu Forschungszwecken angebaut wurde - und den Gen-Honig vernichtet, da dieser nicht verkauft werden dürfe.

Im Gegensatz zur gentechnikfreundlichen EU-Kommission definieren die Richter den Begriff „Gen-Lebensmittel“ sehr eng. „Der Pollen ist normaler Bestandteil des Produkts und damit als 'Zutat' des Honigs einzustufen“, heißt es in der Begründung. Einwände, dass es nur Kleinstmengen seien und der Pollen unabsichtlich in das Produkt kam, fegten sie hinweg. „Die Zulassungspflicht ist unabhängig vom Anteil des genetisch veränderten Materials“, so die obersten EU-Richter. Und das müsse dann auch ausdrücklich gekennzeichnet werden.

Kommentare (2)

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Selberdenker

06.09.2011, 20:07 Uhr

Deutsche, kauft Tomaten ohne Gene!
Mittels Züchtung verändert der Mensch seit zehntausenden Jahren die Gene seiner Umwelt.
Proteine sind weder RNA noch DNA, und auch wenn modifizierte DNA in dem Hnig enthalten ist, findet beim Konsum kein Gentransfer zum Konsumenten statt. Allein der Gedanke ist schon absurd.
Aufklärung tut not.

Blubb

06.09.2011, 20:31 Uhr

@Selberdenker
nicht zuende gedacht!
Wissen Sie eigentlich wer Monsanto ist bzw. wie sie versuchen Gott zu spielen?
Ich empfehle da nur mal auf Youtube zu gehen und sich Dokumentationenen wie "Food Inc." oder auch "Monsanto, mit Gift und Genen" anzugucken.
Das ist echter Horror!

Es geht hier bei Leibe nicht nur um die Gentechnik allein, sondern um die Patente, die darauf liegen...!!!

Und deshalb ist das etwas SEHR WERTVOLLES

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