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07.01.2014

19:53 Uhr

Kritischer Artikel in „Newsweek“

Französischer Finanzminister weist Kritik an seinem Land zurück

Ein Artikel im US-Magazin „Newsweek“ attestiert Frankreich einen Niedergang. Doch der französische Finanzminister Pierre Moscovici reagiert mit Häme: Der Artikel sorge für eine gewisse Heiterkeit.

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici. Ihn lässt die Kritik an seinem Land in der „Newsweek“ kalt. Reuters

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici. Ihn lässt die Kritik an seinem Land in der „Newsweek“ kalt.

ParisMit Häme hat Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici auf einen Artikel des US-Magazins „Newsweek“ reagiert, der seinem Land einen „Niedergang“ attestiert. In dem Artikel gebe es „zahllose Fehler“, er sorge daher für „eine gewisse Heiterkeit“, sagte Moscovici am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Finanzminister Jack Lew in Paris. Er erinnere sich mit „Wehmut“ an die Zeiten, in denen „Newsweek“ eine „internationale Referenz“ gewesen sei. „Wenn Frankreich so abweisend wäre, wie es die Autorin des Artikels sagt, (...) gäbe es dann 4.000 US-Unternehmen in unserem Land?“

Der am 3. Januar in „Newsweek“ erschienene Artikel der Journalistin Janine di Giovanni mit dem Titel „Frankreichs Niedergang“ sorgte bereits in den vergangenen Tagen für Wirbel - vor allem, weil er voller Fehler ist. So schreibt die in Paris lebende Autorin, in der französischen Hauptstadt koste ein halber Liter Milch drei Euro und Windeln würden umsonst vergeben.

In dem Artikel wird Frankreich vorgeworfen, nicht unternehmerfreundlich zu sein und einen ausufernden Sozialstaat zu haben - womit die Journalistin angesichts der andauernden Wirtschaftskrise und des hohen Staatsdefizits ein für die französische Regierung sensibles Thema anspricht.

Das angesehene britische Wirtschaftsmagazin „The Economist“ hatte im November 2012 den Zorn der französischen Regierung auf sich gezogen, als es in einer Titelgeschichte schrieb, Frankreich könne angesichts seiner Staatsverschuldung und Wirtschaftsprobleme zur "größten Gefahr" für den Euro werden. Auf der Titelseite waren unter der Überschrift „Zeitbombe im Herzen Europas“ Baguettes abgebildet, die mit einem Band in den französischen Landesfarben wie Dynamitstangen zusammengebunden und mit einer brennenden Zündschnur versehen waren.

Von

afp

Kommentare (10)

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Augias

07.01.2014, 20:14 Uhr

Ich hoffe, dass die französische Wirtschaft dazu führt, dass der Euro endlich in den Orkus verabschiedet wird. Sollte denn Frankreich tatsächlich in die Knie gehen, wird es keinen "Rettungsmechanismus" geben, der dort etwas bewirken könnte.

winter

07.01.2014, 20:18 Uhr

was fällt einem noch zu frankreich ein,
ist es hollande, die mischung aus ludwig dem 16. und erich honnecker oder moscovici, die reinkarnation von günter schabowski oder der exodus der französischen jugend oder vielleicht der zusammenbruch der DDR von 84 - 90... ich kann es beim besten willen nicht sagen...oder: "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf"

Dukatenesel

07.01.2014, 20:51 Uhr

Wer schreit denn ständig nach einer schnellen illegalen Bankenunion, um die französischen Giftmüll-Zockerbanken durch den deutschen Steuerzahler retten zu lassen?

Es ist Pierre Moscovici. Eine bessere Idee hat dieser Gauner nicht.

Die einzige französische Vision ist deutsches Steuergeld.

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