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14.01.2016

14:39 Uhr

Kroatien

Krise Kroatien Serbien

Die historische Feindschaft zwischen dem jüngsten EU-Mitglied Kroatien und dem EU-Kandidaten Serbien wird neu belebt. Es geht um neue Waffen und einen verbalen Schlagabtausch der Politiker.

Abkommen mit dem Kosovo: Der ärmste Balkanstaat nähert sich der EU an

Abkommen mit dem Kosovo

Der ärmste Balkanstaat nähert sich der EU an

Als letzter Westbalkan-Staat hat das Kosovo die Basis für eine engere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Europäischen Union gelegt. Damit macht das Land einen Schritt in Richtung EU-Beitritt.

BelgradZwischen den alten Rivalen Kroatien und Serbien fliegen mal wieder die Fetzen. Ihre Spitzenpolitiker schlagen aufeinander ein, schrecken auch vor persönlichen Untergriffen nicht zurück. Serbien wirft dem Nachbarn Kroatien vor, sich von den USA und der NATO offensiv bewaffnen zu lassen. Belgrad hat seinen Verbündeten Russland gebeten, mit der Lieferung neuer Waffensysteme dagegen zu halten.

Gleichzeitig bat Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic Washington, Kroatien „ballistische Raketen“ zu verweigern, um das Gleichgewicht auf dem Balkan nicht zu gefährden. „Die EU soll Zagreb zur Vernunft bringen, sonst werden wir auch Raketen kaufen“, zitierte die Regierungszeitung „Novosti“ in dieser Woche Vucic.

„Vucic, sei doch nicht so nervös, wir haben keine schlechten Absichten“, beruhigte Kroatiens Verteidigungsminister Ante Kotromanovic am vergangenen Wochenende ein wenig hochnäsig. Sein Land sei als NATO-Mitglied doch friedliebend, was man von den serbischen Spitzenpolitikern nicht sagen könne. Denn die seien in den 90er Jahren für vier Angriffskriege – in Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo – im auseinanderfallenden Jugoslawien verantwortlich gewesen.

Der serbische Außenminister Ivica Dacic, einst ein enger Mitarbeiter des serbischen Kriegsherrn Slobodan Milosevic, warf den Nachbarn am Donnerstag ein „ein mittelalterliches Verhalten“ und „skandalöse Kriegshetze“ vor. „Der kroatische Minister hat Vucic erniedrigt“, titelte das Belgrader Portal „teleprompter“.

Kosovo

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Der bosnische Serbenführer Milorad Dodik setzte noch einen drauf: Der Kroate sei ein „Verlierer und drogenabhängiger Boxer, der unwichtig ist“. Offensichtlich hat die immer aktuelle Frage, wer von beiden Staaten in der Region „der Leader“ ist, beide Seiten bei ihrer nationalen Ehre gepackt.

Da kam Belgrad der Besuch des russischen Vizeregierungschefs Dmitri Rogosin, einst Vertreter seines Landes bei der NATO in Brüssel, in den vergangenen Tagen gerade recht. „Russland schickt uns sein Flugabwehrsystem S-300!“, prangte auf dem Titel der serbischen Boulevardzeitung „Informer“. Russland werde seinem traditionellen Verbündeten Serbien Waffen im Wert von vier Milliarden Euro liefern, behauptete auch die Zeitung „Kurir“.

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