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17.08.2015

19:55 Uhr

Kuba aktiviert Zivilschutz wegen Hitze

„Viele von uns hoffen auf einen Hurrikan“

In Kuba herrscht schon seit etwa einem Jahr Trockenheit, eine Entlastung ist nicht in Sicht. Die Bürger sehnen schon die nächste Wirbelsturm-Saison herbei. Die Regierung ergreift Notmaßnahmen und rationiert das Wasser.

Unter der Trockenheit leidet die gesamte Landwirtschaft, von der berühmten Zigarrenherstellung bis zur Zucker-, Kaffee-, Gemüse-, Reis- und Bohnenproduktion. Reuters

Wassermangel in Kuba

Unter der Trockenheit leidet die gesamte Landwirtschaft, von der berühmten Zigarrenherstellung bis zur Zucker-, Kaffee-, Gemüse-, Reis- und Bohnenproduktion.

HavannaKuba hat wegen einer schlimmer werdenden Dürre seinen Zivilschutz aktiviert. Die Regierung erklärte am Montag, in allen Bereichen würden Notmassnahmen ergriffen, darunter eine strenge Rationierung von Wasser. Die schon etwa ein Jahr herrschende Trockenheit, die den Prognosen zufolge noch mehrere Monate dauern soll, hat in der Landwirtschaft bereits schwere Verluste verursacht. Mehr als eine Million Menschen ist auf Wasserlieferungen durch Tankwagen angewiesen. Unter der Trockenheit leidet die gesamte Landwirtschaft, von der berühmten Zigarrenherstellung bis zur Zucker-, Kaffee-, Gemüse-, Reis- und Bohnenproduktion.

Der durch die Dürre verursachte Mangel wird durch das marode Leitungssystem noch verschärft. Schätzungsweise 50 Prozent versickert durch undichte Rohre. Hinzu kommt, dass die Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft - sofern überhaupt vorhanden - oft veraltet und ineffektiv sind.

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Eine Entlastung ist nicht in Sicht. Die anstehende Regensaison dürfte wegen des Wetterphänomens El Nino weniger Niederschläge bringen als üblich. El Nino bezeichnet eine regelmäßige Temperaturveränderung im Pazifik, die weitreichende Auswirkungen auf das Wetter in vielen Teilen der Welt mit sich bringt.

Mittlerweile warten manche Kubaner schon sehnsüchtig auf die nächste Wirbelsturm-Saison. „Es ist kaum zu glauben, aber viele von uns hoffen auf einen Hurrikan“, sagte die Friseurin Nuris Lopez in der östlichen Provinz Granma, wo die Menschen nur einmal die Woche etwas Wasser aus der Leitung bekommen. „Da verliere ich vielleicht das Dach über dem Kopf, aber ich könnte wenigstens mal mein Haus saubermachen.“

Von

rtr

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