Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.11.2016

06:30 Uhr

Kuba nach dem Tod Castros

Ein Land zwischen Trauer und Hoffnung

VonIna Karabasz

Auf einmal ist es still auf Kuba. Nach dem Tod von Fidel Castro soll das Land neun Tage lang trauern: Keine Musik, kein Alkohol. Doch nicht alle Kubaner sind wirklich traurig.

Fidel Castro

Gedenkveranstaltung: Staats- und Regierungschefs nehmen Abschied

Fidel Castro: Gedenkveranstaltung: Staats- und Regierungschefs nehmen Abschied

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

HavannaDer Taxifahrer dreht den Knopf nach rechts und spanische Musik dröhnt aus den Lautsprechern des rosafarbenen Oldtimer-Cabrios. Ein Polizeiauto erscheint. Der junge Mann soll die Musik ausmachen. Er dreht runter, sie fahren weiter, er dreht wieder auf. „Fidel ist tot, aber ich lebe noch“, sagt er.

Mit Fidel Castro starb die Musik auf Kuba. Neun Tage Staatstrauer wurden für den am Freitag verstorbenen Ex-Präsidenten und Revolutionsführer verordnet. Keine Musik, kein Alkohol. Die Polizei kontrolliert. Doch nicht alle Kubaner tragen Trauer.

Am Dienstagabend sind die, die sich gerne an Fidel Castro erinnern und ihm eine letzte Ehre erweisen wollen, auf den Platz der Revolution in Havanna gekommen. Es ist der Auftakt einer Reise seines Sarges durch das Land, bei dem sich die Kubaner von Castro verabschieden können.

Auch diverse Staatsoberhäupter sind gekommen, vor allem aus lateinamerikanischen und afrikanischen Ländern. Mehr als zwei Stunden geben sie sich das Mikrofon in Hand, loben den Revolutionsführer als charismatischen Mann, der Besonderes erreicht hat. Aber auch viele junge Kubaner stehen auf dem Platz, schwenken die Nationalflagge. Schüler haben sich „Viva Fidel“ auf die Wangen geschrieben. Es lebe Fidel. Sonst bleibt die Stimmung während der Reden ruhig, nur ab und an rufen sie „Viva“. Erst bei der Rede von Nicolas Maduro, Präsident Venezuelas, nimmt die Menge wieder bewegt teil.

Ein junger Mann im Einkaufszentrum ist der Veranstaltung ferngeblieben. Zumindest hatte er das am Vorabend angekündigt. Er ist nicht traurig über Castros Tod. Im Gegenteil, er hofft auf Veränderung. Umgerechnet rund 20 Euro verdient er im Monat im Staatsdienst. Das ist auch in der Planwirtschaft Kubas nicht viel.

Er hofft, dass Fidels Bruder Raúl, der seit seinem Rücktritt 2006 Präsident Kubas ist, das Land modernisieren wird. Immerhin dürfen Kubaner seitdem etwa ein Haus und ein Auto besitzen und reisen, solange sie eingeladen werden. Auch dürfen private Unternehmen gegründet werden.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

30.11.2016, 08:19 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

30.11.2016, 10:10 Uhr

Der Diktator Castro ist Tod. Es lebe die Freiheit Kubas. Danke!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×