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09.04.2015

12:47 Uhr

Kuba und die USA

Historischer Handschlag zwischen Obama und Castro

Fast 50 Jahre dauerte die Eiszeit zwischen Kuba und den USA, es gab nicht einmal eine direkte Telefonverbindung. Nun treffen sich US-Präsident Barack Obama und Amtskollege Raúl Castro. Doch Freunde werden sie nicht.

Sie versuchen nun die Annäherung ihrer Länder voranzutreiben: US-Präsident Barack Obama und der kubanische Präsident Raul Castro. dpa

Staatschefs gegen die Isolation

Sie versuchen nun die Annäherung ihrer Länder voranzutreiben: US-Präsident Barack Obama und der kubanische Präsident Raul Castro.

PanamaDas Wichtigste beim „Gipfel der Amerikas“ in Panama-Stadt ist natürlich der Handschlag zwischen Barack Obama und Raúl Castro (83). Zwar macht das Weiße Haus vorab noch ein Geheimnis daraus, was am Freitag und Samstag (10./11.) genau passieren wird. Offiziell ist nur von einer „Interaktion“ zwischen dem Kubaner und dem Amerikaner die Rede.

Schütteln sich die Präsidenten also lediglich kamerawirksam die Hand? Gibt es einen kurzen Small-Talk? Oder kommt es nach 50 Jahren Dauerfehde zu einem ersten, echten persönlichen Meinungsaustausch? Alles noch unklar. Fest steht nur: Die im Dezember eingeleitete Annäherung soll irgendwie symbolträchtig und im Bild festgehalten werden – für die Geschichtsbücher.

Doch schon im Vorfeld des „historischen Gipfels“ gibt es Ärger. Den Kubanern etwa ist übel aufgestoßen, dass so viele kubanische Dissidenten nach Panama-Stadt gekommen sind. „Das Gefühl der Entrüstung ist groß bei der kubanischen Delegation“, sagte der frühere kubanische Kulturminister Abel Prieto der Deutschen Presse-Agentur.

Havanna stört besonders, dass sogar der Kubaner Félix Rodríguez kommen durfte, der 1967 im Auftrag der CIA den Castro-Genossen Che Guevara im bolivianischen Busch aufgespürt haben soll. „Das ist für uns sehr empörend“, sagt Prieto - Rodríguez, der heute in Miami lebt, nennt er einen „Terroristen“.

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Kuba war nach der Revolution von 1959 viele Jahrzehnte lang international isoliert. Die industrielle Monokultur ließ das einst stolze Land verfallen. Nun bewegt sich der am Boden liegende Inselstaat auf die USA zu.

„Che“ wurde damals getötet und anschließend zum weltweiten Revolutionshelden - dass der Häscher sich heute öffentlich in Panama präsentiert, finden regimetreue Kubaner als schiere Provokation.

Tatsächlich sparen die Castro-Gegner nicht mit scharfen Tönen. Auf einer Pressekonferenz verurteilen sie Obamas Wende, im Grunde wünschen sie sich nach wie vor den Sturz des verhassten sozialistischen Castro-Regimes herbei. „Es ist eine Regierung, die sich durch die Inhaftierung Tausender Kubaner an der Macht gehalten hat“, sagt Rodríguez dort.

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