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14.08.2015

17:32 Uhr

Kuba und die USA

US-Flagge weht nach 54 Jahren wieder in Havanna

Kuba und die USA nähern sich weiter an: Nach 54 Jahren weht erstmals wieder der US-Sternenbanner im Außenhof der Botschaft in Havanna. US-Außenminister John Kerry stellte seine Spanischkenntnisse unter Beweis.

Kuba und die USA hatten erst am 20. Juli ihre Beziehungen normalisiert. Diese waren im Januar 1961 auf einem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen West und Ost abgebrochen worden. dpa

John Kerry in Havanna

Kuba und die USA hatten erst am 20. Juli ihre Beziehungen normalisiert. Diese waren im Januar 1961 auf einem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen West und Ost abgebrochen worden.

HavannaDie USA haben nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder ihre Flagge an der Botschaft in dem sozialistischen Karibikstaat Kuba gehisst. US-Außenminister John Kerry war kurz zuvor als erster US-Chefdiplomat seit 1945 extra nach Havanna angereist. Das US-Sternenbanner wurde bei einer feierlichen Zeremonie im Außenhof der Botschaft in der kubanischen Hauptstadt gehisst. Hunderte geladene Gäste und Schaulustige verfolgten das Geschehen vor Havannas Uferpromenade Malecón.

„Das Ziel all dieser Veränderungen ist, den Kubanern zu helfen, sich mit der Welt zu verbinden und ihre Leben zu verbessern“, sagte Kerry, der sich mit einigen Sätzen auf Spanisch auch direkt an die Kubaner wandte. Zugleich sprach er Menschenrechtsverstöße an. Washington werde die kubanische Regierung weiterhin dazu drängen, ihre Verpflichtungen nach internationalen Verträgen einzuhalten, sagte Kerry. Nach dem Hissen der Flagge stand für ihn ein Treffen mit seinem kubanischen Kollegen Bruno Rodríguez auf dem Programm.

Kuba und die USA - von der Eiszeit zur Normalisierung

Von der Eiszeit zur Normalisierung

Putschversuch, Seeblockade, Handelsembargo - die Beziehungen zwischen den USA und der sozialistischen Republik Kuba waren mehr als ein halbes Jahrhundert angespannt bis feindlich.

1960

Washington erlässt ein Teilembargo. Schon unmittelbar nach der Revolution 1959 hatten die USA die Wirtschaftshilfe eingestellt und die Einfuhr von Zucker gedrosselt, Kubas wichtigstem Exportgut.

1961

Im Januar bricht Washington seine diplomatischen Beziehungen zu Havanna ab. Im April versucht eine Söldnertruppe von Exilkubanern, mit Hilfe des US-Geheimdienstes CIA das Regime zu stürzen. Kubas Revolutionsarmee schlägt die Invasion in der Schweinebucht zurück.

1962

Die USA verhängen ein komplettes Embargo über den Handel mit Kuba. Die Kubakrise führt die Welt an den Rand eines Atomkrieges. Wegen der Stationierung sowjetischer Atomraketen auf der Insel verhängt US-Präsident John F. Kennedy eine Seeblockade, Kremlchef Nikita Chruschtschow zieht die Raketen wieder ab.

1977

16 Jahre nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen eröffnet Washington in Havanna eine Interessenvertretung unter dem Dach der Schweizer Botschaft.

1982

Washington wirft Kuba vor, Terroristen in anderen Staaten zu unterstützen und setzt das Land auf die US-Terrorliste.

1992

Der US-Kongress verabschiedet den „Cuban Democracy Act“, der US-Firmen in Drittländern jeden Kuba-Handel untersagt.

1999

Die USA lockern ihre Sanktionen. So soll es künftig mehr Charterflüge nach Kuba geben.

2001

Firmen aus den USA liefern erstmals seit der Verhängung des Handelsembargos vier Jahrzehnte zuvor wieder Lebensmittel an Kuba.

2004

US-Präsident George W. Bush verschärft Reisebeschränkungen für US-Bürger und schränkt Geldüberweisungen weiter ein.

2009

US-Präsident Barack Obama hebt die Reisebeschränkungen für Exilkubaner auf. Außerdem dürfen sie wieder Geld nach Kuba schicken. Bald darauf gibt es auch wieder Gespräche auf Regierungsebene.

2015

Im Januar beginnen offizielle Verhandlungen zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen. Im Mai wird Kuba von der US-Terrorliste gestrichen. Mit der Eröffnung von Botschaften werden die diplomatischen Beziehungen im Juli wieder hergestellt.

Beide Länder hatten erst am 20. Juli ihre Beziehungen normalisiert. Diese waren im Januar 1961 auf einem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen West und Ost abgebrochen worden. Kuba eröffnete bereits vor drei Wochen seine Botschaft in Washington. Die Botschaftsgebäude in beiden Hauptstädten waren zuvor als Interessenvertretungen unter dem Schutzmandat der Schweiz genutzt worden.

Von

dpa

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