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18.07.2013

07:38 Uhr

Kubanische Waffen an Bord

Nordkorea fordert Freigabe des gestoppten Frachters

Der Krimi um den mysteriösen Waffenfund geht weiter: Diplomaten aus Pjöngjang sollen den Waffentransport von Kuba nach Nordkorea erklären. Auch eine UN-Mission soll helfen. Unklar ist, was mit den Waffen passieren wird.

Die Fracht bestehe aus „veralteten Waffen“, die unter einem rechtmäßigen Vertrag in Nordkorea überholt und nach Kuba zurückgeschickt werden sollten, so ein Sprecher aus Nordkorea. dapd

Die Fracht bestehe aus „veralteten Waffen“, die unter einem rechtmäßigen Vertrag in Nordkorea überholt und nach Kuba zurückgeschickt werden sollten, so ein Sprecher aus Nordkorea.

Seoul/Panama-StadtNordkorea hat die sofortige Freigabe eines von Panama gestoppten Schiffes mit kubanischen Waffen an Bord gefordert. Auch die Besatzung müsse sofort freigelassen werden, erklärte das Außenministerium in Pjöngjang am Mittwochabend. Die Fracht bestehe aus „veralteten Waffen“, die unter einem rechtmäßigen Vertrag in Nordkorea überholt und nach Kuba zurückgeschickt werden sollten, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert.

Panama will in dem Konflikt zwei Abgesandte Pjöngjangs empfangen. Dies teilte am Mittwochabend (Ortszeit) das panamaische Außenministerium auf seiner Homepage mit. Beide Funktionäre sollen den Vorfall mit dem Schiff „Chong Chon Gang“ aus der Sicht Nordkoreas erklären. Der Frachter wurde am Montag am Panamakanal auf dem Weg von Kuba nach Nordkorea wegen des Verdachts auf Drogen gestoppt. Panama beantragte Hilfe durch eine UN-Mission.

Seine Behörde habe die Ausstellung von Einreisevisa für zwei nordkoreanische Funktionäre genehmigt, erklärte Panamas Außenminister Fernando Núñez Fábrega. Beide Diplomaten sollen auch Zugang zum Schiff erhalten. An Bord hatten die Behörden Waffentechnik unter Tonnen von Zucker versteckt gefunden.

Die Regierung in Havanna bestätigte demnach, dass die Waffen aus ihrem Waffenarsenal stammen. Es handele sich allerdings um „veraltetes defensives Kriegsgerät“, das repariert und nach Kuba zurückgeschickt werden solle. Noch ist unklar, was mit der beschlagnahmten Schiffsladung passieren wird. Das Regime in Pjöngjang ist seit 2006 mit einem Waffenembargo belegt. Die USA reagierten zunächst vorsichtig. Man wolle „sehr bald“ mit Kuba über den Vorfall reden, hieß es am Mittwoch aus Washington.

Es habe sich um zwei veraltete Luftabwehrsysteme gehandelt, hatte zuvor die Regierung in Havanna erklärt. Außerdem seien an Bord verschiedene Raketenteile, zwei Flugzeuge des Typs MiG-21 und 15 Motoren für diese Art von Maschinen gewesen. Panama zeigte sich am Mittwoch unzufrieden mit der Erklärung Kubas. Die Behörden meldeten indes den Fund zwei weiterer Container auf dem Schiff. Unklar war, ob die Container auch Waffen enthielten.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

18.07.2013, 08:44 Uhr

Selbst ein rechtmäßiger Vertrag setzt ein Waffenembargo nicht außer kraft .
Diese Flugzeuge sind min. 40 Jahre alt , sie zu reparieren und dann zurückzuschicken ist absurd , was wollen sie damit noch machen , Rundflüge für Touristen über der Karibik ?
Wer sich damit in einen bewaffneten Konflikt wagt , kann nur selbstmörderische Absichten haben , auch dann wenn sie repariert wurden , das weiß man natürlich auch in Kuba!!!!
Da sollte man Nachrichtendienstliche Ermittlungen anstoßen um den waren Hintergrund dieser recht gut versteckten Waffenlieferungen heraus zu bekommen .

Wolfsfreund

18.07.2013, 20:01 Uhr

"Nordkorea fordert Freigabe des gestoppten Frachters"
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Wo ist das Problem? Den Frachter samt Zuckerladung freigeben (die nordkoreanische Bevölkerung kann den Zucker garantiert gut brauchen), nachdem Reederei und Kapitän eine sehr saftige Geldstrafe in Panama entrichtet haben. Die Waffen und Waffenteile beschlagnahmen (Verstoß gegen panamesische Gesetze, das geht also garantiert), vernichten resp. sachgerecht entsorgen, die Rechnung dafür ebenfalls an Reederei und Käptn. Die transportieren dann garantiert nicht noch einmal illegal Waffen.
Will sagen, einfach pragmatisch handeln ohne mit Kuba und Nord-Korea lange zu debattieren: Gesetzesverstoß, Strafe folgt auf dem Fuß, Ende der Geschichte!

Wolfsfreund

18.07.2013, 20:04 Uhr

Nachtrag @ Santos:

"UND DIE BESCHLAGNAHMTE TEILE GANZ GENAU UNTERSUCHEN...alles auseinander nehmen...

auch wenn es sich um veraltete Material handelt könnte es versteckte Neue teile irgendwo beinhalten."
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Gute Idee! Und dann anschließend verfahren, wie ich vorschlug.

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