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06.01.2016

13:30 Uhr

Kubareise von SPD-Chef Gabriel

Ein bisschen Cuba Libre

VonDana Heide

Sigmar Gabriel beginnt heute als erster Wirtschaftsminister seit 15 Jahren seine Reise nach Kuba, begleitet von einer großen Unternehmerdelegation. Das Potenzial für deutsche Unternehmen ist riesig. 

Der SPD-Chef und Vizekanzler raucht gern mal eine gute Zigarre – wie hier auf einem Sommerfest der SPD-Fraktion. Dazu wird er in Havanna wieder Gelegenheit haben. picture alliance / Eventpress Mu

Sigmar Gabriel

Der SPD-Chef und Vizekanzler raucht gern mal eine gute Zigarre – wie hier auf einem Sommerfest der SPD-Fraktion. Dazu wird er in Havanna wieder Gelegenheit haben.

BerlinEs ist eine Reise mit historischer Bedeutung: Zum ersten Mal seit 15 Jahren bricht mit Sigmar Gabriel (SPD) heute ein deutscher Bundeswirtschaftsminister wieder nach Kuba auf. Drei Tage wird die Reise von Gabriel dauern, er wird mit seinen wichtigsten Amtskollegen über die Wünsche der deutschen Unternehmen reden, ein Unternehmerforum eröffnen und die Sonderwirtschaftszone und den Industriehafen Mariel besichtigen. 

„Mein Besuch soll den vorsichtigen Öffnungsprozess Kubas, auch als Handels- und Investitionsstandort, bestärken“, sagte Gabriel vor dem Abflug. Chancen für deutsche Unternehmen sehe er insbesondere in den Bereichen Energie, Gesundheit oder Maschinen- und Anlagenbau.

Seit der Annäherung Kubas mit den USA intensiveren die Industrienationen ihre Beziehungen mit dem Karibikstaat wieder. In den vergangenen Monaten gaben sich Politiker und Wirtschaftsdelegationen die Klinke in die Hand. Auch Gabriel hat 60 Unternehmer mitgebracht, eine große Delegation, die vornehmlich aus Mittelständlern besteht. 

Honig und Havannas: Überschaubarer deutsch-kubanischer Handel

Ausgangslage

Im Handel zwischen Kuba und Deutschland ist noch viel Luft nach oben.

2014 exportierten...

... die Kubaner Waren für nur 32,6 Millionen Euro in die Bundesrepublik.

Die Top-Produkte...

... von der Karibikinsel sind Honig, Havannas (Tabak), Rum und Säfte.

Der Export...

... deutscher Firmen (vor allem Maschinen und Weizen) belief sich auf 191,3 Millionen Euro, das war Platz 101 im Ranking der wichtigsten Ausfuhrländer.

Nur 50 deutsche Firmen...

... sind in Kuba sind nach Angaben der Bundesregierung derzeit vertreten. Seit 1998 gibt es ein Investitionsschutzabkommen.

Verbessert...

... hat sich der Grad der Korruption in Kuba. Im Korruptionsindex von Transparency International rangiert Kuba auf Rang 63 von 175 Ländern (2014). 2010 lang das Land auf Platz 69.

Die Mitreisenden versprechen sich von der Reise neue Kontakte und einen besseren Überblick über den Markt. Derzeit sind nur 50 Unternehmen in dem sozialistischen Staat aktiv, der deutsch-kubanische Handel hatte 2014 gerade mal einen einen Wert von 224 Millionen Euro. In der Rangliste deutscher Exportländer lag Kuba damit auf Platz 101.

Ob Gabriel auch den Staatschef Raúl Castro oder gar dessen Bruder Fidel Castro treffen wird, ist noch unklar. Dass er Fidel trifft, gilt als unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist für den Vizekanzler dagegen ein Treffen mit Raúl Castro, auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte ihn bei seinem Besuch im vergangenen Jahr getroffen. Der Chef des Inselstaats behält es sich jedoch für gewöhnlich vor, kurzfristig selbst zu bestimmen, ob und wann er seine politischen Gäste empfängt.

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