Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.08.2015

09:22 Uhr

Kurden-Konflikt erreicht Istanbul

Bewaffnete feuern auf US-Konsulat

Unbekannte Bewaffnete haben laut Fernsehberichten das Feuer auf das US-Konsulat in Istanbul eröffnet. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden. Die mutmaßlichen Angreifer konnten zunächst fliehen.

ehnUnbekannte Bewaffnete haben laut Fernsehberichten das Feuer auf das US-Konsulat in Istanbul eröffnet. Die mutmaßlichen Extremisten attackierten das Konsulat, nachdem in der Nacht eine Autobombe gezündet worden war. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt. ap

Angriff auf US-Konsulat in Istanbul

ehnUnbekannte Bewaffnete haben laut Fernsehberichten das Feuer auf das US-Konsulat in Istanbul eröffnet. Die mutmaßlichen Extremisten attackierten das Konsulat, nachdem in der Nacht eine Autobombe gezündet worden war. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt.

IstanbulIn der Nacht hat ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter eine Polizeiwache in dem Istanbuler Viertel Sultanbeyli angegriffen. Nur wenige Stunden zuvor war eine Autobombe vor dem Konsulat in die Luft gegangen. Laut Medienberichten starben bei einer anschließenden Schießerei mehrere Menschen. Bei anschließenden Zusammenstößen mit der Polizei wurden nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan zwei mutmaßliche Extremisten getötet. Welcher Gruppierung sie angehörten, war zunächst unklar.

Die beiden mutmaßlichen Angreifer, eine Frau und ein Mann, konnten zunächst flüchten, die Frau wurde kurz darauf aber Medienberichten zufolge festgenommen. Sie sei bei dem Schusswechsel verletzt worden. Diplomatische Einrichtungen der USA in der Türkei waren in der Vergangenheit wiederholt das Ziel von Angriffen.

Die Organisationen der Kurden

PKK, YPG und Peschmerga

Der gewaltsame Konflikt der türkischen Regierung mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK dauert schon mehr als 30 Jahre. Dabei kamen bislang rund 40 000 Menschen ums Leben. Von 1984 an kämpfte die PKK mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei.

PKK

Die Arbeiterpartei Kurdistans ist in der Türkei verboten und steht dort sowie in der EU und den USA auf der Terrorliste. Ihr Hauptquartier ist in den nordirakischen Kandil-Bergen. Von 1984 an kämpfte die PKK mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. PKK-Chef Abdullah Öcalan sitzt seit 1999 in Haft.
Inzwischen ist die PKK nach eigenen Angaben von der Maximalforderung eines unabhängigen Staates abgerückt. Die islamisch-konservative AKP-Regierung und die PKK bemühen sich um einen Friedensprozess. Im März 2013 erklärte die PKK eine Waffenruhe, die seit den türkischen Angriffen auf PKK-Stellungen im Nordirak praktisch beendet ist.

YPG

Die kurdischen Volksschutzeinheiten sind eng mit der PKK verbunden. Sie kämpfen im Norden Syriens und haben sich zu einem erbitterten Gegner des IS entwickelt. Zugleich sind die Kurden in Syrien der wichtigste Partner der von den USA geführten Koalition gegen die Extremisten. Mittlerweile kontrolliert die YPG die größten Teile der Grenze zur Türkei. Dort haben die syrischen Kurden in drei Kantonen Selbstverwaltungen errichtet. Andere Kurden werfen ihnen vor, sie würden die Macht monopolisieren. 

Peschmerga

Bei den Peschmerga handelt es sich um die militärischen Einheiten der irakischen Kurden. Sie waren in der Geschichte vor allem bekannt als Widerstandskämpfer in den Bergen, verwandeln sich aber seit dem IS-Vormarsch mehr und mehr in eine Armee der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak.

Die Organisationen untereinander

Die Peschmerga erhalten Waffen aus Deutschland und anderen Ländern. Bundeswehr und weitere Armeen bilden sie zudem aus. Das Verhältnis der Peschmerga zur PKK und zur YPG ist traditionell angespannt. Trotzdem unterstützten nordirakische Kurden die YPG-Kämpfer im Kampf um die nordsyrische Grenzstadt Kobane.

Die türkische Regierung hatte unlängst einen "synchronisierten Krieg gegen den Terrorismus" ausgerufen und sowohl den Islamischen Staat (IS) als auch kurdische Extremisten ins Visier genommen. Hunderte Verdächtige in der Türkei wurden festgenommen, darunter auch Mitglieder der linksextremen Gruppe DHKP-C. Diese hatte sich 2013 zu einem Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara bekannt, bei dem ein türkischer Wachmann getötet wurde.

Die USA nutzen seit Sonntag den türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik für ihren Lufteinsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Washington hatte den NATO-Verbündeten Türkei seit langem gedrängt, sich am Kampf gegen den IS zu beteiligen, worauf Ankara bislang ausweichend reagierte. Diese Haltung änderte sich nach einem Anschlag mit 32 Toten in der Türkei, für den die türkische Regierung den IS verantwortlich machte. Die Türkei flog daraufhin einige Luftangriffe gegen den IS in Syrien.

Anschlagsserie

Amateurvideo zeigt Angriff auf US-Konsulat in Istanbul

Anschlagsserie: Amateurvideo zeigt Angriff auf US-Konsulat in Istanbul

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Margrit Steer

10.08.2015, 16:09 Uhr

Sollten das Kurden gewesen sein, so muß man ja auch die Frage stellen, warum die UA der Trükei die Unterstützunge gegeben haben, gegen IS zu kämpfen, wohlwissend, dass die Türkei dies nicht tut, sondern nur ggen die Kurden kämpft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×