Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.09.2015

14:30 Uhr

Kurden

Türkei fliegt Vergeltungsanschläge auf PKK

Es ist eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen der kurdischen PKK und der türkischen Regierung. Etliche Soldaten sterben bei einem schweren PKK-Anschlag. Die Antwort der Armee fällt verheerend aus.

Demonstranten in der Türkei protestieren gegen die ausufernden Kämpfe zwischen Regierung und PKK. AFP

Welle der Gewalt in der Türkei

Demonstranten in der Türkei protestieren gegen die ausufernden Kämpfe zwischen Regierung und PKK.

IstanbulNach einem schweren Anschlag im Südosten der Türkei hat das türkische Militär nach eigenen Angaben Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bombardiert. Der Einsatz habe sich gegen 13 Ziele gerichtet, teilten die türkischen Streitkräfte am Montag mit.

Ein Militärkonvoi war am Sonntag in Daglica in der Provinz Hakkari in eine Sprengfalle geraten. Anschließend lieferten sich PKK-Kämpfer schwere Gefechte mit den Sicherheitskräften. Das Militär teilte mit, mehrere Soldaten seien getötet und verletzt worden, nannte jedoch keine genaue Opferzahl. Die Zeitung „Hürriyet“ berichtete, mehr als zehn Soldaten seien getötet worden.

Es war der schwerste Anschlag, seit der mehr als zwei Jahre andauernde Waffenstillstand zwischen der Türkei und der PKK im Juli beendet wurde. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, am Montag sei das Militär weiter gegen die PKK im Bezirk Yüksekova vorgegangen. Dabei seien Kampfhubschrauber eingesetzt worden.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Anschlag. Nach Angaben der regierungsnahen Nachrichtenagentur Anadolu sagte er am Montag in Ankara, solche Angriffe hätten die Absicht „das Wohl, die Sicherheit und Stabilität unseres Landes zu zerstören“.

Der Chef der pro-kurdischen HDP, Selahattin Demirtas, brach seinen Deutschlandbesuche nach Angaben seiner Partei ab. Die HDP rief zum Dialog auf und forderte einen beidseitigen Waffenstillstand. „Die Hände müssen sofort vom Abzug genommen und die Waffen zum Schweigen gebracht werden“, hieß es in einer am Montag verbreiteten Erklärung.

Seit mehr als einem Monat liefern sich PKK-Kämpfer und Sicherheitskräfte regelmäßig Gefechte. Die PKK verübt fast täglich tödliche Anschläge auf Soldaten und Polizisten. Die Armee wiederum fliegt Luftanschläge auf PKK-Stellungen im Nordirak und der Türkei.

Die neuen Kämpfe zwischen Regierung und kurdischen Rebellen haben die türkische Währung am Montag erneut auf ein Rekordtief gedrückt. Dollar und Euro stiegen um bis zu 1,3 Prozent auf 3,0454 beziehungsweise 3,3955 Lira. Der Leitindex der Istanbuler Aktienbörse büßte 1,2 Prozent ein. Türkische Anleihen warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 10,81 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×