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25.01.2016

16:37 Uhr

Kurdengebiete in der Türkei

EU fordert sofortigen Waffenstillstand

Federica Mogherini, Außenbeauftragte der EU, forderte in Ankara einen sofortigen Waffenstillstand in den Kurdengebieten. Die Antwort des türkischen Europa-Ministers Volkan Bozkir ließ nicht lange auf sich warten.

Militante Kurden haben in der Stadt Nusaybin in der Türkei Barrikaden errichtet. Seit Wochen liefern sie sich Kämpfe mit der türkischen Armee. dpa

Nusaybin in der Südosttürkei

Militante Kurden haben in der Stadt Nusaybin in der Türkei Barrikaden errichtet. Seit Wochen liefern sie sich Kämpfe mit der türkischen Armee.

AnkaraDie EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat einen „sofortigen“ Waffenstillstand in den Kurdengebieten im Südosten der Türkei gefordert. Mogherini äußerte die Forderung am Montag nach Gesprächen mit türkischen Regierungsvertretern in Ankara. Zugleich verurteilte sie scharf „alle Arten von Terrorismus“.

Der türkische Europa-Minister Volkan Bozkir erklärte bei derselben Pressekonferenz, seine Regierung werde den Kampf gegen die kurdischen Rebellen fortführen. Die Türkei werde ihren Kampf gegen „alle terroristischen Organisationen“ fortsetzen, „darunter die (Arbeiterpartei Kurdistans) PKK“, sagte Bozkir.

Tödliche Anschläge in der Türkei (Chronik)

13. Mai 2016

Bei einer Sprengstoffdetonation in Diyarbakir kommen vier Menschen ums Leben. 15 werden verletzt. Die Tat wird der PKK zugeschrieben.

9. April 2016

Bei einem Bombenanschlag in Istanbul gibt es drei Verletzte. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist unklar.

31. März 2016

Mindestens 7 Tote, rund 23 Verletzte – das sind die Opfer eines Anschlags in Diyarbakir, hinter dem die PKK vermutet wird. Bei den Opfern handelt es sich um Polizeibeamte.

19. März 2016

Bei einem Bombenanschlag in Istanbul sterben mindestens fünf Menschen, etwa 36 werden verletzt. Bei den Opfern handelt es sich um Passanten in einer Einkaufsstraße. Hinter dem Anschlag steckt vermutlich der IS.

13. März 2016

Bei einem weiteren verheerenden Autobomben-Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara sind am 13. März 37 Menschen ums Leben gekommen. Kurz darauf flog die türkische Luftwaffe Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak – die Regierung zufolge gehörte die Selbstmordattentäterin zu der verbotenen Partei.

Februar 2016

Am 17. Februar hat in Ankara ein Selbstmordattentäter 28 Menschen in den Tod gerissen. Inzwischen hat sich die militante Organisation Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) – eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK – zu der Tat bekannt.

Januar 2016

Bei einem Anschlag im historischen Zentrum Istanbuls werden elf Deutsche getötet. Der Angreifer sprengt sich mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Der Attentäter gehörte nach Angaben der türkische Regierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben. Die türkische Regierung macht den IS verantwortlich.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

Der Friedensprozess zwischen der türkischen Regierung und der PKK kam im Sommer zum Stillstand. Im jahrzehntelangen Konflikt mit den Rebellen entwickelte sich seither eine neue Eskalation. Die türkische Armee geht seit Mitte Dezember mit aller Härte gegen Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor.

Besonders in den Städten Cizre, Silopi und Diyarbakir gab es heftige Straßenkämpfe mit zahlreichen Opfern bei den kämpfenden Parteien und unter Zivilisten.

Von

afp

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