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02.04.2013

12:41 Uhr

Kurdenkonflikt

Erdogan beruft „Rat der Weisen“ ein

Eine Kommission aus Schriftstellern, Künstlern und Akademikern soll die Lösung des Kurdenkonflikts begleiten. Türkeis Ministerpräsident Erdogan hat diesen „Rat der Weisen“ zur Konsensfindung ins Leben gerufen.

Türkeis Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat eine Kommission zur Begleitung des Kurdenkonflikts einberufen. Reuters

Türkeis Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat eine Kommission zur Begleitung des Kurdenkonflikts einberufen.

IstanbulDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan beruft einen „Rat der Weisen“ ein, der die Bemühungen um ein Ende des Kurdenkonflikts begleiten soll. Der Kommission werden Schriftsteller, Künstler, Akademiker und Vertreter regierungsunabhängiger Organisationen angehören, wie Erdogan am Dienstag vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP in Ankara sagte. Namen nannte er nicht; die Kurdenpartei BDP fordert unter anderem die Aufnahme von Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk in das Gremium. Erdogan will sich am Donnerstagabend zum ersten Mal mit dem Rat treffen.

Der „Rat der Weisen“ soll nach Erdogans Worten in insgesamt sieben Regionen der Türkei mit Politikern, Medien und Wählern vor Ort in Kontakt treten und die Bemühungen um ein Ende des seit fast 30 Jahren anhaltenden Kurdenkonflikts erläutern. Die Kommission ist Teil des Versuches der Erdogan-Regierung, einen möglichst breiten Konsens für die seit Ende des vergangenen Jahres laufenden Verhandlungen zwischen dem Staat und dem inhaftierten Rebellenchef Abdullah Öcalan zu schmieden. Nach Umfragen unterstützen derzeit knapp 60 Prozent der Türken den von Nationalisten scharf kritisierten Verhandlungsprozess.

Türkei

Einwohner

74,7 Millionen

Staatsform

parlamentarische Republik

Staatschef

Abdullah Gül

Besonderheiten

Dynamische Außenpolitik einer selbstbewussten Regionalmacht.

Öcalan hatte Ende März die von ihm gegründete Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) aufgerufen, den bewaffneten Kampf einzustellen und ihre Guerilla aus der Türkei abzuziehen. Nach Schätzungen der Regierung befinden sich etwa 1500 PKK-Kämpfer auf türkischem Boden. Die Zeitung „Milliyet“ berichtete am Dienstag, etwa 700 von ihnen seien bisher nicht straffällig geworden und könnten deshalb ohne weiteres zu ihren Familien zurückkehren. Nun gehe es darum, den friedlichen Abzug der verbleibenden 800 PKK-Kämpfer zu organisieren.

Von

afp

Kommentare (2)

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Buddha

02.04.2013, 13:44 Uhr

erst einmal alle mit scheinheiligen Argumenten aus der Defensive locken um dann, nach Erreichen der politischen Ziele, alle verschwinden zu lassen. So hatten es Imperien lange Zeit auch gemacht. Erstaunlich wie Naiv die Menschen immer wieder sein können und den gleichen Lügen Glauben schenken. Die wichtigsten Reformen werden selbstverständlich NACH den Wahlen versprochen.
Mit mehr Rechte für Kurden meint der Türke bestimmt einen halben qm mehr Platz im Knast.

WFriedrich

02.04.2013, 14:13 Uhr

Die Türkei ist auf gutem Wege. Die Erfolge auf anderen Gebieten berechtigen zur Zuversicht, dass nun auch dieses leidliche Problem gelöst wird. Viel Erfolg!

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