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31.10.2014

12:50 Uhr

Kurz vor den Wahlen

Russischer Hilfskonvoi in Donbass eingetroffen

Die umstrittenen Wahlen in der Ostukraine stehen kurz bevor. Während die Kandidaten die letzten Wahlzettel verteilen, ist im ukrainischen Krisengebiet Donbass ein russischer Hilfskonvoi eingetroffen.

Die „neurussische“ Flagge wird von prorussischen Ukrainern hochgehalten. Kurz vor den Wahlen hat Russland 100 Lastwagen mit Hilfsgütern geschickt. Reuters

Die „neurussische“ Flagge wird von prorussischen Ukrainern hochgehalten. Kurz vor den Wahlen hat Russland 100 Lastwagen mit Hilfsgütern geschickt.

DonezkKurz vor den umstrittenen Wahlen der Aufständischen in der Ostukraine an diesem Sonntag ist ein weiterer russischer Konvoi mit Hilfsgütern in der Unruheregion eingetroffen. Etwa 100 Lastwagen hätten insgesamt 1000 Tonnen Lebensmittel und Baustoffe in die Separatistenhochburgen Donezk und Lugansk gebracht, sagte Oleg Woronow vom russischen Zivilschutz am Freitag der Agentur Tass.

Freiwillige hätten bereits mit dem Ausladen begonnen. Woronow zufolge war der Konvoi an zwei Grenzübergängen von Zollbeamten beider Länder kontrolliert worden. Russland hat damit schon vier Hilfstransporte in das von moskautreuen Aufständischen kontrollierte Gebiet geschickt.

Putin spricht...

über Krieg und Frieden

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“
am 4.3. in einer Pressekonferenz

„Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“
am 01.09. in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, das dieser öffentlich machte. Die russische Seite erklärte im Anschluss, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

über Rüstung

„Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion.“
am 10.09. in einer Pressekonferenz

über die Zukunft der Ostukraine

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“
am 4. 3. in einer Pressekonferenz

„Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.“
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

„Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.“
am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe

über die Führung der Ukraine

„In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.“
am 18. 3. in der Rede an die Nation

„Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was?
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

über den Westen

„In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

über Russen im Ausland

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden zur nationalen Minderheit.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

Die Kandidaten des Urnengangs im Krisengebiet Donbass durften am Freitag letztmals öffentlich um Stimmen werben. „Geh wählen - Deine Freunde werden auch dort sein“, heißt es etwa auf einem Plakat des Separatistenführers Alexander Sachartschenko. Er bewirbt sich für den Posten des Regierungschefs der selbst ernannten „Volksrepublik“ Donezk.

Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow kritisierte den Westen und die proeuropäische Regierung in Kiew dafür, dass sie die Abstimmung nicht anerkennen. Die Wahl einer neuen Führung der „Volksrepubliken“ sollte als „Schritt zur Deeskalation“ verstanden werden“, sagte Tschischow der russischen Tageszeitung „Kommersant“.

Von

dpa

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