Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.04.2014

00:03 Uhr

Kurz vor Wahlen

Tote nach Gewaltausbrüchen im Irak

Eine brutale Anschlagserie erschüttern den Irak kurz vor der Parlamentswahl. In den vergangenen Tag fielen mehr als 60 Menschen Selbstmordattentätern zum Opfer. Die meisten der Angreifer sind sunnitische Extremisten.

Bei brutalen Bombenanschlägen kamen Dutzende von Menschen im Irak ums Leben. dpa

Bei brutalen Bombenanschlägen kamen Dutzende von Menschen im Irak ums Leben.

BagdadKnapp eine Woche vor der Parlamentswahl im Irak versetzt eine neuerliche Anschlagsserie die Menschen in Furcht. Mehr als 60 Menschen wurden bei Explosionen und Gewaltausbrüchen im ganzen Land in den vergangenen drei Tagen getötet.

Allein 33 starben am Montag, fast 80 wurden verletzt. 18 Menschen wurden zudem am Sonntag getötet und 16 am Samstag, wie die Sicherheitskräfte mitteilten.
Am Montag rammte ein Selbstmordattentäter sein mit Sprengstoff gefülltes Auto in einen Polizeiposten in der Stadt Suwajra südlich von Bagdad und tötete zwölf Menschen, sieben davon Zivilisten, wie die Polizei mitteilte.

Auch in den Orten Madain, Mischahda und Latifija, alle in der Umgebung der Hauptstadt, kam es zu Anschlägen mit mehreren Toten. Am Abend detonierten in mehreren Vierteln Bagdads zudem vier Bomben, mindestens 14 Menschen kamen ums Leben.

Islamismus im Netz

Mehr als 20.000 Accounts

Die Twitter-Studie der Dschihadismusforscher Ali Fisher und Nico Prucha

Netznutzung der Islamisten

In der Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), die unter anderem die Bundesregierung in außenpolitischen Fragen berät, befassen sich mehrere Autoren damit, wie sich die Netznutzung ,moderner Dschihadisten' entwickelt.

Radikale Ansichten

Der Arabist, Buchautor und Journalist Yassin Musharbash bloggt in deutscher Sprache über Islamismus, Islamophobie und Nahostpolitik.

Der weltweite Dschihad

Jihadica, ein Blog des Center for Strategic Studies der John Hopkins Universität, dokumentiert regelmäßig und fundiert die Entwicklung des Dschihadismus.

Am Sonntag waren bereits 18 Menschen getötet worden, allein sieben davon in der südirakischen Stadt Samawa. Im Bagdader Viertel Ur griffen ein Selbstmordattentäter und drei bewaffnete Männer zudem eine schiitische Privatakademie an. Vier Polizisten und ein Lehrer starben, 18 Menschen erlitten Verletzungen, wie es hieß. Sicherheitskräfte töteten alle Angreifer.

In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Toten auf ein Niveau gestiegen wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Die Anschläge erschweren die Organisation der Parlamentswahl am 30. April. Beobachter gehen zudem davon aus, dass viele Iraker am Wahltag aus Furcht vor weiteren Attentaten nicht zu den Urnen gehen könnten.
Die meisten der Attentäter sind sunnitische Extremisten, die die schiitische Lehre des Islams und die Bevormundung durch die Schiiten in der Regierung ablehnen. Zu dem Angriff auf die schiitische Akademie bekannte sich die Terrororganisation Islamischer Staat im Irak und Syrien.

In einer Erklärung warf sie den dortigen Lehrern vor, ihren Schülern beizubringen, über den Propheten Mohammed zu fluchen und Sunniten im Irak und Syrien zu bekämpfen. Der UN-Sondergesandte im Irak, Nikolai Mladenow, bezeichnete den Angriff auf die Schule als „böse und feige Attacke auf unschuldige Zivilisten“.
Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden im vergangenen Jahr im Irak 8868 Menschen bei Anschlägen und Angriffen getötet. Das ist die höchste Zahl seit 2007, als der Irak am Rande eines Bürgerkriegs stand.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×