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01.11.2012

04:20 Uhr

Kuwait

Tausende fordern Freilassung von Oppositionsführer

Die Polizei in Kuwait hat eine Demonstration tausender Menschen gegen die Inhaftierung eines der führenden Oppositionellen des Landes aufgelöst.

Proteste in Kuwait. AFP

Proteste in Kuwait.

KuwaitIn Kuwait haben am Mittwoch Tausende Menschen gegen die Inhaftierung eines Oppositionsführers protestiert. Die Polizei setzte Augenzeugen zufolge Tränengas und Rauchbomben gegen die Menge ein. Die Demonstranten versammelten sich vor dem Gefängnis und verlangten die Freilassung von Musallam al-Barrak. Ihm wird nach Angaben seiner Anwälte vorgeworfen, den 83-jährigen Emir von Kuwait beleidigt zu haben.

Am Montag war Barrak, ein früherer Abgeordneter, festgenommen und zum Zweck von Verhören für zehn Tage inhaftiert worden. Zwei Wochen zuvor hatte er auf einer Kundgebung der Opposition den Emir, Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah, kritisiert und ihn aufgefordert, eine "autokratische Herrschaft" zu vermeiden.

Das Innenministerium erklärte, es habe im Zuge der Proteste mehrere Festnahmen gegeben. Sicherheitskräfte hätten Randalierer auseinandergetrieben, die Straßen blockiert und Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen hätten. Gegen weitere Demonstrationen würden die Sicherheitskräfte massiv vorgehen, drohte das Ministerium in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna verbreiteten Stellungnahme.

Bereits am Dienstag hatte die Polizei rund 1500 Menschen daran gehindert, sich vor dem Justizpalast zu einer Solidaritätskundgebung für Barrak zu versammeln.

Die Demonstrationen finden in einer ohnehin angespannten Lage statt. Vor der für 1. Dezember geplanten Parlamentswahl wurde das Wahlgesetz geändert. Die Opposition sieht darin den Versuch, den Kandidaten der Regierung einen Vorteil zu verschaffen, und boykottiert die Abstimmung.

In Kuwait gab es zwar keine Aufstände wie in anderen arabischen Ländern im vergangenen Jahr. Allerdings haben im Parlament die Spannungen zwischen der von der Al-Sabah-Familie dominierten Regierung und der Mehrheit der Opposition, die sich aus Islamisten und Stammesvertretern zusammensetzt, zugenommen.

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