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19.12.2014

12:14 Uhr

Kyoto-Protokoll veraltet

Schwellenländer sollen mehr für den Klimaschutz tun

China ist mittlerweile der größte CO2-Produzent, Inden steht auf Platz drei. Doch für die Schwellenländer fehlen im Kyoto-Protokoll Reduktionsziele. Bundesumweltministerin Hendricks fordert eine Anpassung.

Ein Kraftwerk in der chinesischen Stadt Shanghai. China ist mittlerweile der größte CO2-Produzent. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fordert deshalb neue Regeln für Schwellenländer. dpa

Ein Kraftwerk in der chinesischen Stadt Shanghai. China ist mittlerweile der größte CO2-Produzent. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fordert deshalb neue Regeln für Schwellenländer.

BerlinBundesumweltministerin Barbara Hendricks fordert von Entwicklungs- und aufstrebenden Schwellenländern wie China und Indien stärkere Anstrengungen bei der Eindämmung klimaschädlicher Treibhausgase. Im Kyoto-Protokoll von 1997 seien für diese Staaten keine Reduktionsziele enthalten gewesen, sondern nur für die Industriestaaten, sagte Hendricks am Freitag im Bundestag. Die Industrieländer hätten in zwei Jahrhunderten 80 Prozent aller CO2-Emissionen verursacht. Im Jahr 2014 sei die Welt jedoch eine andere. „Bei den Treibhausgasemissionen ist es heute so, dass es auf beiden Seiten brennt, deswegen ergibt die Unterscheidung keinen Sinn mehr“, sagte die SPD-Politikerin.

Mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen kämen aus Schwellen- und Entwicklungsländern. China sei heute der größte und Indien der drittgrößte Erzeuger dieser Gase. Zudem verlaufe die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit längst nicht mehr entlang der alten Grenzen. Notwendig sei daher eine neue Verteilung der Verantwortlichkeiten. „Wer mehr zur Erhitzung der Erde beiträgt, muss auch mehr beim Klimaschutz tun“, sagte Hendricks.

Die Ministerin äußerte sich wenige Tage nach dem UN-Klimagipfel in Lima, bei dem die Lastenverteilung ein Streitpunkt war. Der Gipfel sollte den Weg zu einem Klimaschutzabkommen im kommenden Jahr in Paris ebnen.

Von

rtr

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