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02.02.2007

09:59 Uhr

Labour-Parteiaffäre

Polizei verhört Premier Blair zum zweiten Mal

In der Labour-Parteifinanzenaffäre gerät Tony Blair zunehmend unter Druck. Der britische Premierminister wurde bereits am vergangenen Freitag zum zweiten Mal von Scotland Yard verhört. Das teilte am Donnerstag beiläufig Blairs Pressesprecher mit.

Tony Blair im Visier der Behörden: Was wusste der Premier? Foto: dpa

Tony Blair im Visier der Behörden: Was wusste der Premier? Foto: dpa

mth LONDON. Das erneute Verhör hat die Spekulationen über Blairs unmittelbare Zukunft angeheizt. Bereits im Dezember war Blair als erster Premier der britischen Geschichte an seinem Amtssitz von der Polizei vernommen worden.

Oppositionschef David Cameron forderte am Mittwoch im Unterhaus zum ersten Mal den Rücktritt des britischen Regierungschefs. Wann endlich begreife Blair, „dass es vorbei ist“, sagte er. Blairs Autorität sei dabei zu „verebben“.

Auf Bitten von Scotland Yard wurde der Vernehmungstermin fast eine Woche lang verschwiegen. Offenbar wusste nicht einmal der Pressesprecher Blairs davon. Nun wird eine Verbindung zur Verhaftung von Blairs Freund und Spendeneintreiber Lord Levy am Dienstag gezogen – vier Tage nach Blairs Vernehmung. Sagte Blair etwas, das die Polizei zu Levy führte?

„Alles riecht nach Watergate“, so der liberaldemokratische Abgeordnete Ed Davy. Scotland Yard untersucht seit Monaten, ob Kredite für Labour illegal verheimlicht oder im Gegenzug für finanzielle Unterstützung Sitze im Oberhaus versprochen wurden. Levy wurde wegen des Verdachts auf Behinderung der Ermittlungen vorübergehend verhaftet. Dieser Verdacht eines Vertuschungsmanövers macht die Affäre so brisant. Blairs Pressestelle musste mehrfach Berichte dementieren, wonach ein zweites, nur engsten Mitarbeitern zugängliches Computernetzwerk existiere, das der Polizei verschwiegen worden sei.

Labourabgeordnete sind frustriert über die langsame Arbeit der Polizei. Blairs Autorität schwindet, der Ruf der Labourpartei leidet, aber sie können sich nicht gegen konkrete Vorwürfe zur Wehr setzen. Eine erneute Revolte gegen Blair würde vor allem der Partei selbst schaden.

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