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01.09.2015

14:54 Uhr

Lage spitzt sich zu

15.000 Flüchtlinge auf Lesbos gestrandet

Der Flüchtlingsandrang auf Griechenland hält an. Sowohl auf Lesbos als auch an der griechisch-mazedonischen Grenze droht die Lage außer Kontrolle zu geraten. Den Behörden fehlt Geld, um die Flüchtlinge unterzubringen.

Über die Balkanroute versuchen viele syrische Flüchtlinge nach Deutschland zu gelangen. AFP

Warten auf die Weiterreise

Über die Balkanroute versuchen viele syrische Flüchtlinge nach Deutschland zu gelangen.

AthenAuf der griechischen Insel Lesbos harren seit Tagen mehr als 15.000 Flüchtlinge aus - und jeden Tag kommen Hunderte von Neuankömmlingen aus der Türkei hinzu. Nach vorläufigen Daten der EU-Grenzschutzagentur Frontex trafen allein in der vergangenen Woche mehr als 23.000 Bootsflüchtlinge in Griechenland ein. Das sei ein Anstieg um fast 50 Prozent, hieß es am Dienstag in Warschau. An der serbisch-ungarischen Grenze seien in der vergangenen Woche nach bisherigen Erkenntnissen rund 9.400 Migranten eingetroffen.

Die Lage der Flüchtlinge ist desolat. Wegen der schweren Finanzkrise in Griechenland haben die Kommunalbehörden auf den Inseln kein Geld, um den Menschen zu helfen. Es gibt kaum Toiletten, viele Migranten müssen im Freien schlafen. Auf Lesbos harrten Hunderte Migranten bei glühender Hitze im Hafen von Mytilini aus, darunter Hunderte Kinder. Die Küstenwache gab an, sie habe vor den Inseln der Ostägäis binnen 24 Stunden mehr als 1.200 Menschen aufgegriffen.

Auf Lesbos, Samos, Kos, Leros, Agathonisi und anderen kleineren Inseln warten Tausende von Menschen auf die Weiterreise zum Festland. Von dort wollen sie über die Balkanroute nach Westeuropa. Die griechischen Behörden versuchen die Lage auf den Ostägäisinseln zu entschärfen, indem sie Flüchtlinge mit Fähren nach Piräus zum Festland zu bringen. Allein am späten Dienstagabend und Mittwochfrüh sollten mehr als 4.200 Migranten die Inseln auf diesem Weg verlassen.

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An der griechisch-mazedonischen Grenze kam es am Dienstag wiederholt zu Rangeleien und Schlägereien zwischen Migranten, die bei glühender Hitze auf ihre Ausreise warteten. Die Polizei auf der mazedonischen Seite lasse jede halbe Stunde nur etwa 50 Migranten durch. Damit komme es auf der griechischen Seite zu langen Warteschlangen, wie Augenzeugen berichteten. „Alle Flüchtlinge aus allen Inseln kommen nun hierher. Niemand hilft uns“, sagte der Bürgermeister der Region, Christos Goudenoudis, im griechischen Fernsehen. 

Der Weg der Flüchtlinge führt von Griechenland über Mazedonien und Serbien nach Ungarn und Österreich. Viele der überwiegend syrischen Flüchtlinge wollen weiter nach Deutschland.

Auf der Balkanroute versuchen nach Uno-Angaben auch immer mehr Frauen und Kinder in nördliche EU-Länder zu gelangen. Von den etwa 3.000 Flüchtlingen, die derzeit täglich von Griechenland aus Mazedonien durchqueren, seien rund ein Drittel Frauen und Kinder, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) am Dienstag mit. Dies seien etwa dreimal so viel wie noch vor drei Monaten, sagte Unicef-Sprecher Christophe Boulierac in Genf. Zudem seien etwa 12 Prozent der über Mazedonien fliehenden Frauen schwanger.

Fakten zur Flüchtlingsdebatte

Flüchtlingszahlen steigen

Stellten im Juni 2012 rund 4.900 Personen einen Asylantrag in Deutschland, waren es drei Jahre später mit 35.400 mehr als siebenmal so viele.

Herkunftsländer

Die wichtigsten Herkunftsländer waren im Juni 2015 Syrien mit 7.600 Personen, Albanien mit 5.900 und Serbien mit 2.200. Insgesamt entfiel auf die sechs Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien mit 12.600 rund ein Drittel der Asylanträge.

Kaum Chance auf Asyl

Diese Flüchtlinge haben allerdings kaum eine Chance auf Anerkennung in Deutschland: Nur 65 der 22.200 Entscheidungen über Asylverfahren von Westbalkanflüchtlingen waren im zweiten Quartal 2015 positiv.

„Sichere Herkunftsländer“

Tatsächlich wurden Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Serbien bereits zum 6. November 2014 in die Liste „sicherer Herkunftsstaaten“ aufgenommen. Das heißt: Asylanträge von Personen aus diesen Ländern können direkt abgelehnt werden, wenn der Bewerber nicht nachweisen kann, dass ihm im Herkunftsland tatsächlich politische Verfolgung droht.

Immer mehr Anträge

Eigentlich sollte diese Eingruppierung dazu führen, dass die Zahl der laufenden Asylverfahren deutlich zurückgeht. Jedoch ist die Zahl der am Monatsende anhängigen Verfahren von Personen aus den drei genannten Ländern weiter angestiegen und lag mit 41.000 im April 2015 deutlich über dem April 2014 (24.700 Verfahren). Insgesamt waren Ende April 2015 knapp 275.000 Asylverfahren anhängig, wovon mehr als 87.000 auf Westbalkan-Flüchtlinge entfielen.

Kosovo

Im Kosovo hat man damit begonnen, die Menschen darüber zu informieren, unter welchen Voraussetzungen sie in Deutschland als Flüchtlinge anerkannt werden – die Antragszahlen von Personen aus dem Kosovo hatten im März 2015 mit 11.700 einen historischen Höchststand erreicht, bis Juni sind sie nun auf 1.600 zurückgegangen.

Unicef beruft sich auf Zahlen der Regierung Mazedoniens. Die weitaus meisten der zurzeit dort ankommenden Flüchtlinge stammen laut Unicef aus Syrien, einige auch aus Afghanistan und dem Irak. „Die Menschen sind seit Monaten unter schwierigen Bedingungen unterwegs, viele leiden an Dehydrierung und Durchfall“, erklärte Boulierac. Ihre Versorgung mit Trinkwasser müsse dringend verbessert werden.

Frontex-Direktor Fabrice Leggeri sprach von einer „dunklen Woche“ angesichts der Tragödien um die tot in einem Lastwagen in Österreich gefundenen Flüchtlinge in Österreich und der 55 Toten, die auf Booten im Mittelmeer gefunden wurden. „Frontex wird weiterhin alles tun, um so viele Leben wie möglich zu retten“, sagte Leggeri. „Aber es ist klar, dass wir es mit Schleusern zu tun haben, denen eindeutig nicht daran liegt, eine sichere Reise zu gewährleisten.“ Allein im Rahmen der Operation Triton seien in der vergangenen Woche .5400 Menschen aus der Mittelmeerregion zwischen Libyen und Italien gerettet worden.

Von

dpa

Kommentare (13)

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Herr Peter Spiegel

01.09.2015, 15:06 Uhr

15.000 Flüchtlinge auf Lesbos gestrandet"
Nix wie hin ihr Gutmenschen, Lichterkette bilden und auf geht,s.

Account gelöscht!

01.09.2015, 15:11 Uhr

Nur her mit diesen 15.000 Flüchtlingen....hier in Deutschland ist noch genug Platz für weitere 800.000 Flüchtlinge.....der Gaukler und die Mutti haben es auf jeden Fall gepredigt...

Herr Jordache Gehrli

01.09.2015, 15:14 Uhr

Game over! - Gute Nacht Deutschland!

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