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18.12.2014

14:36 Uhr

Lambsdorff-Interview

„Putin hat Russland an den wirtschaftlichen Abgrund geführt“

VonThomas Ludwig

Im Interview kritisiert FDP-Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff Russlands Präsident Putin. Dieser habe sein Land heruntergewirtschaftet. Der Westen solle aber an den Sanktionen festhalten.

Der Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff ist außenpolitischer Experte der FDP und Vizepräsident des EU-Parlaments. dpa

Der Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff ist außenpolitischer Experte der FDP und Vizepräsident des EU-Parlaments.

BrüsselGraf Lambsdorff, Russlands Wirtschaft gerät zunehmend ins Schlingern. Sollte der Westen seine Sanktionen zurückfahren?
Die Sanktionen müssen in der jetzigen Lage ohne jeden Zweifel beibehalten werden. Deutschland und die EU haben Russland immer wieder Hilfe angeboten und wurden jedes Mal zurückgewiesen. 

Also hat es allein die russische Regierung in der Hand, das Blatt zu wenden?

Zeigt sie sich kooperativ und ist bereit, ernsthaft mit dem Westen zu reden, gibt es eine neue Lage, die dann auch neu zu bewerten sein wird. 

Ist die europäische Sanktionspolitik in Ihren Augen erfolgreich?

Die aktuelle Entwicklung belegt, dass die Sanktionen wirken – all jene, die das Gegenteil behaupteten, sind auffallend still geworden. Die Folgen der Sanktionspolitik haben die strukturellen Schwächen der russischen Wirtschaft schonungslos offengelegt. Ausländische Investitionen in Russland sind praktisch auf null zurückgegangen und der Absturz des Rubels ist keineswegs nur eine Folge des gesunkenen Ölpreises, sondern auch der Tatsache, dass die ganze Welt jetzt weiß, dass, wirtschaftspolitisch gesprochen, der Kaiser nackt ist. 

Und die russische Bevölkerung leidet.

Schadenfreude über die aktuelle Situation wäre in der Tat ganz fehl am Platz, insbesondere, da die Preise für ganz normale Menschen vor Ort absehbar erheblich ansteigen werden. Wladimir Putin hat Russland an den wirtschaftlichen Abgrund geführt, indem er über Jahre hinweg auf Modernisierung und Diversifizierung der Wirtschaft verzichtet hat. Sogar sein eigener Wirtschaftsminister Uljukajew widerspricht Putins These von der ausländischen Verschwörung gegen die russische Wirtschaft in aller Öffentlichkeit.

 

Kommentare (28)

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Herr Walter Schimpf

18.12.2014, 14:54 Uhr

Mir ist immer wieder rätselhaft, dass man Vertretern einer bedeutungslos gewordenen Lobby- und Polit-Sekte in der Presse Raum für irgendwelche Statements überlässt.

Um einen früheren FC Bayern Trainer zu zitieren: FDP haben fertig....!

Herr Helmut Paulsen

18.12.2014, 14:54 Uhr

"... Ist David Cameron rechtsradikal? Kein Mensch würde ihm das vorwerfen. Zumindest hat man bisher nichts in diese Richtung gehört. Doch die Forderungen des britischen Regierungschefs zur Einwanderung gehen weit über das hinaus, was Mitglieder der PEGIDA in Dresden derzeit verlangen. Statt Cameron werden jedoch die Demonstranten in die rechte Ecke gestellt und als Hass-Bürger diffamiert. ..."

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Helmut Paulsen

18.12.2014, 14:56 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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