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24.11.2013

22:53 Uhr

Landesweit Versammlungen

Zehntausende Ukrainer demonstrieren für EU-Kurs

Bei der größten Kundgebung seit der Orangenen Revolution haben zehntausende Ukrainer für einen EU-Kurs und das Assoziierungsabkommen demonstriert. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Demonstranten in Kiew. AFP

Demonstranten in Kiew.

Kiew/MoskauNach der Abkehr der ukrainischen Regierung von der EU hat das Land die größten pro-europäischen Proteste seit der Orangenen Revolution im Jahr 2004 erlebt. Zehntausende Menschen nahmen am Sonntag an einer Demonstration in der Hauptstadt Kiew teil, die überwiegend friedlich verlief. Als einige Demonstranten jedoch versuchten, den Regierungssitz zu stürmen, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

In Kiew gingen laut Polizeiangaben 23.000 Demonstranten auf die Straße, die Organisatoren sprachen von mehr als 100.000 Teilnehmern. Sie protestierten gegen den Beschluss ihrer Regierung, auf ein Assoziierungsabkommen mit der EU zu verzichten, das kommende Woche unterzeichnet werden sollte. Stattdessen schlug Kiew Beratungen mit Moskau und Brüssel über Handelsfragen vor. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte der Ukraine zuvor mit Einschränkungen der Handelsbeziehungen gedroht.

Zehntausende protestieren in Kiew

Video: Zehntausende protestieren in Kiew

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Zu den Protesten hatte darauf die inhaftierte Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko aufgerufen. Die Demonstranten zogen am Sonntag mit EU-Flaggen und Fahnen ukrainischer Oppositionsparteien zum Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum von Kiew. Der Ort gilt seit der Orangenen Revolution von 2004 als symbolisch bedeutsamer Versammlungsort. Der heutige Staatschef Viktor Janukowitsch hatte sich damals zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt, nach Massenprotesten aber einen Rückzieher gemacht.

Einige Demonstranten riefen „Janukowitsch, verschwinde!“, auf Plakaten war die Aufschrift „Wir sind nicht die Sowjetunion, wir sind die Europäische Union“ zu lesen. Einige hundert Demonstranten versuchten, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen und zum Regierungssitz vorzudringen. Einige von ihnen warfen Steine. Die Sicherheitskräfte setzten darauf Schlagstöcke und Tränengas ein, danach kehrte wieder Ruhe ein. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte wurde laut Polizei verletzt.

Kommentare (3)

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Boltar

25.11.2013, 08:29 Uhr

Man sieht es deutlich...die westlichen Agenten sind immer noch gut im Sattel, die Ukrainer aufzuwiegeln. Putin wird eine weitere Abspaltung zur Not auch militärisch verhindern.
Er muss unter allen Umständen die Einkreisung Russlands durch USrael verhindern, bzw. stoppen.
Dazu kann ich ihm nur Standhaftigkeit und Erfolg wünschen!
Die widerliche Timoschenko, dieser Parasit am ukrainischen Volk soll im Knast verfaulen.

Hagbard_Celine

25.11.2013, 08:37 Uhr

Die Interessen der EU und der Ukraine sind sekundär, einzig interessant ist Prinzessin Timoschenko.
Ich schlage vor, Frau Merkel trifft sich mit Hr. Putin am Krankenbett von Frau Timoschenko, wobei Merkel die Bedingung stellt daß das Treffen nur dann zustande kommt wenn Hr. Putin Blumen mitbringt.
Von der deutschen Bundesregierung werden die Ukrainer genauso betrachtet wie die Deutschen; sie sind einzig ein Vehikel zur "Legitimation" der Politik die in erster Linie für Lobbyisten gestaltet wird.
Die Frage ist , ob der Versuch Prinzessin Timoschenko freizupressen aus Gründen der Korruption geschah oder aber ob von Seiten der USA über die Merkel Regierung versucht wurde die Expansion der EU nach Osten zu stoppen.

Karsten

25.11.2013, 10:17 Uhr

100.000 Demonstranten, sind etwa 4% der Bevölkerung von Kiew, damit haben sie knapp die Mehrheit verfehlt und sollten nach Hause gehen. Ich habe da so meine Befürchtungen, es werden Schüße fallen und zwar in Richtung Demonstranten, Präsident Janukowitsch wird sogleich auf die Stuffe eines Diktators erhoben!

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