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09.09.2012

09:54 Uhr

Larry Flynt

Porno-Verleger bietet 1.000.000 Dollar für Romneys Steuerdaten

Enthüllung mal anders: Der für nackte Tatsachen bekannte Porno-Verleger Larry Flynt bietet eine Million Dollar für Infos über die Finanzsituation von Präsidentschaftskandidat Mitt Romney. Alles nur ein Werbegag des „Hustler“-Magazins oder politisches Kalkül?

Der amerikanische Verleger bietet viel Geld für Romneys Steuerdaten. ap

Der amerikanische Verleger bietet viel Geld für Romneys Steuerdaten.

WashingtonDer amerikanische Verleger und Gründer des Pornomagazins „Hustler“, Larry Flynt, hat für Informationen über die Finanzsituation des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney bis zu eine Million Dollar in bar geboten.

Wie US-Medien am Samstag berichteten, ruft der exzentrische Publizist in ganzseitigen Zeitungsanzeigen dazu auf, ihm „belegbare Beweise hinsichtlich der unveröffentlichten Steuererklärungen Romneys und/oder Details zu dessen Anlagen in Übersee, Bankkonten oder Geschäftsbeziehungen“ zu übergeben.

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„Was verbirgt er?“, fragt Flynt laut „Hollywood Reporter“ in der Annonce, die unter anderem in der Sonntagsausgabe der „Washington Post“ und am Dienstag in „USA Today“ erscheint. „Vielleicht finden wir es jetzt heraus.“ Für entsprechende Hinweise sei eine Telefon-Hotline und eine E-Mail-Adresse genannt, an die sich Informanten wenden könnten. Nach diesem Bericht befürchtet Flynt, dass Romney im Falles eines Wahlsiegs gegen Amtsinhaber Barack Obama gegen die Sexindustrie in den USA vorgehen wolle.

Obama Parteitagsrede

Schicksalswahl

„...wenn alles gesagt und getan ist - wenn Ihr diesen Wahlzettel ...in die Hand nehmt -, dann werdet Ihr es mit der klarsten Wahl...seit Generationen zu tun haben. In den nächsten Jahren werden große Entscheidungen in Washington getroffen werden, über Jobs und die Wirtschaft, Steuern und Defizite, Energie und Bildung, Krieg und Frieden - Entscheidungen, die auf Jahrzehnte hinaus große Auswirkungen auf unser Leben und das Leben unserer Kinder haben werden.“

Schicksalswahl II

„Es wird eine Wahl zwischen zwei verschiedenen Wegen für Amerika sein...Eine Wahl zwischen zwei fundamental verschiedenen Visionen für die Zukunft.“

„Aber Du musst das wissen, Amerika: Unsere Probleme können gelöst werden. Unsere Herausforderungen können bewältigt werden. Der Weg, den wir bieten, mag härter sein, aber er führt zu einem besseren Ort. Und ich bitte Euch, diese Zukunft zu wählen...“

Über die Republikaner

Unsere Freunde auf dem republikanischen Parteitag waren mehr als glücklich, über alles zu sprechen, das nach ihrer Ansicht falsch läuft mit Amerika. Aber sie haben nicht viel darüber zu sagen gehabt, wie sie es richtig machen würden. Sie wollen Eure Stimme haben, aber sie wollen nicht, dass Ihr ihren Plan kennt. Und das liegt daran, dass alles, was sie zu bieten haben, das gleiche Rezept ist, das sie in den vergangenen 30 Jahren gehabt haben.“

Appell an die Geduld

„Ich will nicht so tun, als ob der Weg, den ich anbiete, schnell oder leicht ist. Das habe ich nie getan. Ihr habt mich nicht gewählt, damit ich Euch sage, was Ihr hören wolltet. Ihr habt mich gewählt, damit ich Euch die Wahrheit sage. Und die Wahrheit ist, es wird für uns mehr als einige wenige Jahre dauern, um die Herausforderungen zu bewältigen, die sich über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben.“

Appell an die Geduld II

„Wenn Du an ein Land glaubst, in dem jeder eine faire Chance erhält, und jeder seinen fairen Beitrag leistet, und jeder sich an dieselben Regeln hält, dann brauche ich diesen November Deine Stimme...Ja, unsere Straße ist länger - aber wir reisen gemeinsam auf ihr. Wir kehren nicht um. Wir lassen niemanden zurück. Wie ziehen einander hoch. Wir gewinnen Stärke aus unseren Siegen, und wir lernen aus unseren Fehlern. Aber wir behalten unsere Augen auf jenen fernen Horizont gerichtet...in dem Wissen, dass wir wirklich gesegnet sind, Bürger der größten Nation auf der Erde zu sein. “

Außenpolitik

„In einer Welt neuer Bedrohungen und neuer Herausforderungen könnt Ihr eine Führung wählen, die geprüft worden ist und sich bewährt hat....Aber trotz aller Fortschritte, die wir erzielt haben, bleiben Herausforderungen...Mein Kontrahent und sein Vizekandidat sind Neulinge in der Außenpolitik...sie wollen uns in eine Ära des Getöses und der Schnitzer zurückbringen, die Amerika bereits so viel gekostet haben.“

Selbstkritik

„Ich bin nicht länger nur ein Kandidat. Ich bin der Präsident...Und während ich stolz auf das bin, was wir gemeinsam erreicht haben, bin ich mir weitaus stärker meiner eigenen Fehler bewusst...Aber ich habe nie größere Hoffnungen für Amerika gehabt. Nicht, weil ich glaube, dass ich alle Antworten habe...Ich bin hoffnungsvoll wegen Euch.“

Laut CNN hat der mehrfache Millionär Romney zwar seine Steuererklärung für 2010 sowie eine Schätzung seiner Steuerschuld für 2011 veröffentlicht, es aber abgelehnt, Informationen über weitere Jahre preiszugeben, da dies den Demokraten nur Stoff für Kritik bieten würde. Im Zuge seiner Bewerbung um die Spitzenkandidatur der Republikaner waren in den vergangenen Monaten auch in seiner Partei Rufe nach mehr Transparenz laut geworden.

Vor wenigen Tagen hatte nach CNN-Angaben eine anonyme Gruppe im Internet behauptet, in das Netzwerk eines US-Steuer- und Wirtschaftsberatungsunternehmens eingedrungen zu sein und dort die Steuerunterlagen Romneys gestohlen zu haben. Die Hacker hätten von der Firma eine Million Dollar verlangt. Ansonsten sollten die Dokumente öffentlich gemacht werden, hieß es. Das Unternehmen habe den Datendiebstahl jedoch bestritten.

Das Team hinter Romney

Matt Rhoades

Romneys Wahlkampfmanager hat die Aufgabe, hinter den Kulissen für einen geschmeidigen Ablauf der Kampagne zu sorgen. Der 37-Jährige gilt als öffentlichkeitsscheuer und gewiefter Taktiker mit exzellenten Verbindungen zu konservativen Medien. Rhoades arbeitete bereits im Team des früheren US-Präsidenten George W. Bush für dessen Wiederwahl 2004. Bei Romneys erfolglosem Anlauf auf die republikanische Kandidatur 2008 fungierte er als Kommunikationsdirektor. Zwischenzeitlich war er bei der Lobbyfirma und Politikberatung DCI Group in Washington tätig.

Bob White

White gehörte in den 80er Jahren zu den Gründern der Investmentfirma Bain Capital und ist seitdem ein enger Vertrauter und Freund Romneys. Der Harvard-Absolvent war bereits bei Romneys gescheitertem Versuch dabei, dem mittlerweile verstorbenen demokratischen Senator Ted Kennedy 1994 dessen Sitz in Massachusetts abzunehmen. Auch wenn White im Wahlkampf 2012 keine offizielle politische Rolle ausfüllt, dürfte das Wort des treuen Wegbegleiters für Romney großes Gewicht haben.

Beth Myers

Die "Washington Post" beschrieb Myers kürzlich als Romneys "Büro-Ehefrau" und meinte damit die enge berufliche Beziehung, die beide verbindet. Während Romney von 2003 bis 2007 in Massachusetts als Gouverneur amtierte, war Myers seine Kabinettschefin. Vor vier Jahren nahm sie die Rolle der Wahlkampfmanagerin ein. Derzeit hat sie die Aufgabe, einen geeigneten Vize-Kandidaten für Romney auszusuchen. Ihre politischen Sporen verdiente sich Myers einst im Wahlkampfteam von Ronald Reagan im Jahr 1980.

Eric Fehrnstorm

Der gelernte Journalist ist ebenfalls einer der engsten Berater, der seit der Gouverneurszeit in Massachusetts zu Romneys innerem Kreis gehört. Zu seinem Verantwortungsbereich zählen vor allem die Wahlkampfspots. Im März leistete er sich einen Patzer, als er Romneys Kampagne mit einer Zaubertafel verglich - und damit den Eindruck erweckte, sein Chef könnte nach der Nominierung die erzkonservativen Töne aus dem Vorwahlkampf wegwischen und einfach durch moderatere Positionen ersetzen.

Peter Flaherty

Der frühere Staatsanwalt aus Boston arbeitete zunächst in Massachusetts und dann während der Präsidentschaftsbewerbung 2008 für Romney. Anschließend gründete er mit Myers und Fehrnstrom eine Politikberatung in Washington. Im Wahlkampfteam ist er dafür zuständig, Romneys Image bei der erzkonservativen und religiösen Wählerschaft aufzupolieren.

Spencer Zwick

Der erst 32-Jährige wacht über die Wahlkampfkasse von Romney, bereits vor vier Jahren war er für dessen Finanzen verantwortlich. Zwick lernte den Politiker als ehrenamtlicher Helfer bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City kennen, bei denen Romney Cheforganisator war. Beide verbindet mittlerweile ein fast familiäres Band: Romney und seine Frau Ann beschreiben den Mormonen als ihren "sechsten Sohn".

Romney war in den 80er Jahren in der freien Wirtschaft höchst erfolgreich und hatte als Unternehmensberater und Investor Millionen verdient. Sein Vermögen wird heute auf über 200 Millionen Dollar (160 Millionen Euro) geschätzt.

Für Porno-Verleger Flynt ist es nicht die erste Aktion dieser Art: Vor einem Jahr habe er ebenfalls eine Million Dollar geboten, um an Informationen über das Sexleben des konservativen texanischen Gouverneurs Rick Perry zu kommen, der damals noch im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur war, berichtete der „Hollywood Reporter“.

Von

dpa

Kommentare (6)

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black

09.09.2012, 11:17 Uhr

geile Nummer....^

Account gelöscht!

09.09.2012, 11:36 Uhr

lol
"Laut CNN hat der mehrfache Millionär Romney zwar seine Steuererklärung für 2010 sowie eine Schätzung seiner Steuerschuld für 2011 veröffentlicht, es aber abgelehnt, Informationen über weitere Jahre preiszugeben, da dies den Demokraten nur Stoff für Kritik bieten würde."

Wer nichts zu verbergen hat ... War es nicht so ähnlich?
Die Steuererklärungen der Wähler sind doch auch nicht so geheim, sondern von den Regierungen so festgelegt, das sich jeder selbst ausrechnen kann, was der Nachbar berappen müßte. Warum sollte das für einen Multimillionär, der auch noch selbst über die Steuersätze der Bürger bestimmen will, nicht gelten?

kaleb

09.09.2012, 12:24 Uhr

Romney will gegen die US-Sexindustrie vorgehen?
"ROMNEY FOR PRESIDENT!!!"

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