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12.08.2014

12:16 Uhr

Lastwagen für Ostukraine

Ukraine will Hilfskonvoi nicht ins Land lassen

Hilfe aus Russland oder Vorbereitung eines Einmarschs? Knapp 300 Lastwagen sind aus der Nähe von Moskau in die umkämpfte Ostukraine aufgebrochen. Doch niemand weiß, welche Fracht sie an Bord haben.

Trotz Einreiseverbot

280 russische Lkw Richtung Ukraine gestartet

Trotz Einreiseverbot: 280 russische Lkw Richtung Ukraine gestartet

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MoskauDie Ukraine will russische Lastwagen mit Hilfsgütern für die Ostukraine nicht ins Land lassen. Der Konvoi werde nicht über die Grenze gelassen, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag. Rund 280 Lastwagen mit Hilfsgütern hatten einem russischen Medienbericht zufolge die Region Moskau in Richtung Ostukraine verlassen.

Die weißen Lastwagen mit einer roten Moskauer Stadtfahne seien mit Medikamenten, Nahrungsmitteln und Schlafsäcken für die Menschen in der umkämpften Ostukraine beladen, berichtete das russische Staatsfernsehen am Dienstag. Es handele sich um 2000 Tonnen Hilfsgüter, die Bürger in Moskau und im Umland gesammelt hätten.

Reporter sagten, der Konvoi sei Teil der international vereinbarten Mission unter Leitung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. IKRK-Sprecher Andre Loersch in Kiew sagte der Nachrichtenagentur AP, trotz der allgemeinen Übereinkunft aller Parteien lägen ihm keine Informationen über den Inhalt der Lastwagen vor. Er wisse auch nicht, wohin sie unterwegs seien.

Das Projekt unter Führung des Roten Kreuzes sieht vor, die notleidende Zivilbevölkerung in der ostukrainischen Rebellenhochburg Lugansk mit humanitärer Hilfe zu versorgen. Die Regierung in Kiew hatte dem Vorhaben am Montag eigentlich zugestimmt. An der Mission wollten sich die Ukraine, die USA, Russland und die Europäische Union beteiligen. Alles sei mit der Ukraine abgestimmt, sagte der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, dem Hörfunksender „Business FM“.

Bis die Lastwagen an der Grenze zur Ukraine eintreffen, dürfte es ohnehin mehrere Tage dauern. Sie müssen eine Strecke von rund 1100 Kilometern zurücklegen. Die Lage in der ostukrainischen Großstadt Lugansk gilt als besonders dramatisch. Der Ort ist seit Tagen von der Wasser- und Stromversorgung abgeschlossen. In dem Hilfskonvoi aus Russland seien auch 69 Stromgeneratoren, wie russische Medien berichteten.

„Wichtig ist die Verteilung dieser Hilfsgüter. Besonders Krankenhäuser, Kindergärten, Internate und notleidende Menschen sollten sie erhalten. Aber die Kämpfer dürfen kein einziges Gramm bekommen“, betonte der frühere ukrainische Präsident Leonid Kutschma.

Kommentare (52)

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Herr Ulrich Groeschel

12.08.2014, 09:24 Uhr

Der Konvoi dürfte wohl Morgen die Grenze zur Ukraine erreichen. Wenn man ihn an der Weiterfahrt hindern sollte könnte es sein, dass Russland militärisch reagiert und Truppen in die umkämpfte Region schickt.

Herr peter Spirat

12.08.2014, 09:25 Uhr

Ich will das nicht kommentieren, den die Lage ist unüberschaubar, allerdings habe ich selbst immer mehr das Gefühl, dass die Ukrainer trotz gegenteiliger (Propaganda)-Meldungen schlichtweg überfordert sind. Im Internet zirkulieren entsprechende Meldungen die nichts Gutes über den Zustand der Truppen erahnen lassen. Es sei dahingestellt.

Herr Ronald Bernard

12.08.2014, 09:45 Uhr

Sie könnten Recht haben.

"Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk sagte beim Besuch eines Militärkrankenhauses, es seien zurzeit 50.000 junge Männer beteiligt."

Von Soldaten hat er nichts gesagt.

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