Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.04.2011

22:40 Uhr

Laufzeitverlängerung

Streckt Athen die Schulden?

VonGerd Höhler

Allen Dementis zum Trotz, denkt die griechische Regierung offenbar über eine Restrukturierung der Staatsschulden nach. Finanzminister Papakonstantinou ließ sich jedenfalls eine Hintertür für eine Umschuldung offen.

Umschuldung - ja oder nein? Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou. Quelle: dpa

Umschuldung - ja oder nein? Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou.

AthenOffiziell wollen weder die EU noch die Europäische Zentralbank oder der Internationale Währungsfonds von dem heiklen Thema etwas wissen. Auch die Regierungen in Athen und Berlin beteuern immer wieder: Griechenland braucht keine Umschuldung. Doch jetzt berichtet die griechische Sonntagszeitung "Kathimerini", Finanzminister Giorgos Papakonstantinou spreche hinter den Kulissen über eine Restrukturierung der griechischen Schulden - und zwar bereits seit Wochen. Die Zeitung beruft sich auf namentlich nicht genannte Informanten in der EU-Kommission.

Schon im Februar habe Papakonstantinou in Athen mit der so genannten "Troika", den Vertretern der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) über längere Laufzeiten für Griechenlands Staatsschulden diskutiert. Diesen Wunsch habe Papakonstantinou der "Troika" Anfang April erneut vorgetragen.

Beim Treffen der Euro-Finanzminister in Ungarn vorvergangene Woche soll Papakonstantinou das Thema ebenfalls zur Sprache gebracht haben, schreibt "Kathimerini". Er habe aber bisher keine Zusage erhalten.

Erst im März hatte der Europäische Rat auf Drängen Griechenlands längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen für die im vergangenen Frühjahr gewährten Hilfskredite gebilligt. Nun wünsche Athen offenbar eine ähnliche Regelung für die gesamten ausstehenden Staatsschulden von rund 340 Milliarden Euro, schreibt die Zeitung.

Finanzminister Papakonstantinou hatte vergangene Woche in einem Interview mit dem Handelsblatt auf die Frage, ob er sich eine ähnliche Lösung wie die mit EU und IWF vereinbarte Laufzeitverlängerung auch mit den privaten Gläubigern vorstellen könne, ausweichend geantwortet: "Ich weiß, dass diese Diskussion gerade sehr populär ist, aber ich beteilige mich nicht daran." Griechenland konzentriere sich jetzt darauf, das Konsolidierungsprogramm umzusetzen und seine Schulden pünktlich zu bedienen.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Raub

17.04.2011, 15:32 Uhr

Es wird immer gelogen bis zum Schluss. Aber das ist wohl eine besondere Fähigkeit, die man als Politiker mitbringen muss.
Statt "Umschuldung" könnte man es auch Enteignung / Raub an der Bevölkerung nennen !!
Die EU war eh nur als vorübergehendes Konstrukt gedacht....

azaziel

17.04.2011, 16:27 Uhr

Nun gut, eine „detaillierte Analyse der Schuldentragfaehigkeit“ kann ich natuerlich nicht machen. Aber ich bezweifle, dass eine Laufzeitverlaengerung alleine Griechenland helfen kann, zumal von einer Erhoehung der Zinsen fuer die laengerlaufenden Bonds die Rede ist. Allgemeine Zinserhoehungen im Euroland sind da noch gar nicht beruecksichtigt. Die Frage ist, kann Griechenland die Zinslast tragen? Steigen sowohl die Schulden als auch die Zinssaetze, geht diese Rechnung wahrscheinlich nicht auf. Laufzeitverlaengerung bedeutet daher nur eine weitere Verschleppung der Insolvenz. Verschleppung der Insolvenz bedeutet, dass Griechenland sein wirtschaftliches Potential nicht ausschoepfen kann. Und es bedeutet, dass Geberlaender und Banken weiterhin die Wahrheit vertuschen koennen. Griechenland braucht den sofortigen Haircut und der muss von den Glaeubigern alleine getragen werden! Wenn die Glaeubiger Hilfe brauchen, kann man das ja ueberlegen (siehe Hypo Real Estate).

Petra

17.04.2011, 17:05 Uhr

Schon vor EU-Beitritt haben die Griechen gelogen und betrogen um in die EU zu kommen, was seit dem EU-Beitritt nur noch schlimmer wurde. Da wurde wieder gelogen und betrogen um Subventionen und billiges Geld zu bekommen. WER DEN GRIECHEN JETZT NOCH GLAUBT IST SELBST SCHULD! Die sind nur an UNSEREM Geld interessiert! Müßten die Griechen für die EU bezahlen (so wie wir!), wären die morgen draussen! GARANTIERT!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×