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09.01.2010

10:27 Uhr

Laut Chávez

US-Militär verletzt angeblich Venezuelas Luftraum

Die angespannten Beziehungen zwischen Venezuela und den USA werden durch einen neuen Zwischenfall belastet. Nach Angaben des linksgerichtete venezolanische Staatschef Hugo Chávez hat ein US-Militärfliugzeug den Luftraum seines Landes verletzt. Abfangjäger seien aufgestiegen und hätten das Flugzeug abgedrängt. Die USA bestreiten den Vorwurf.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Freitag in seiner Kabinettrunde. Reuters

Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Freitag in seiner Kabinettrunde.

HB CARACAS. Hugo Chávez bezichtigte die Vereinigten Staaten am Freitag, mit einem "Kriegsflugzeug" in den Luftraum Venezuelas eingedrungen zu sein. Die Maschine habe sich 15 Minuten im Hoheitsgebiet des südamerikanischen Landes aufgehalten und sei von zwei venezolanischen F-16-Kampfjets "abgefangen" und zum Verlassen des Luftraumes gezwungen worden. Bei dem US-Flugzeug handelte es sich laut Chávez um eine Maschine vom Typ P-3.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums wies den Vorwurf zurück. Kein US-Militärflugzeug habe am Freitag den Luftraum Venezuelas verletzt, erklärte er. Generell werde ohne vorherige Abstimmung nicht über das Gebiet anderer Länder geflogen.

Bei dem US-Flugzeug handelte es sich laut Chávez um eine Maschine vom Typ P-3, einer viermotorigen Propellermaschine, die zur Seeaufklärung eingesetzt wird. Sie sei von der zu den Niederländischen Antillen gehörenden Karibik-Insel Curaçao gestartet und am Freitag um 12.55 Uhr (Ortszeit) für 15 Minuten in Venezuelas Luftraum eingedrungen. Das Flugzeug sei dann von den F-16-Jets „eskortiert“ worden und habe nach Norden abgedreht, sei aber um 13.37 Uhr wieder für 19 Minuten zurückgekehrt.

„Das sind Kriegsflugzeuge, die für den imperialen Krieg genutzt werden. Es handelt sich nicht, wie sie (die USA) sagen, um Spezialflugzeuge für den Kampf gegen den Drogenhandel“, sagte Chávez, der den USA und den Niederlanden vorwarf, sie wollten Venezuela provozieren, um einen Vorwand für eine Intervention zu finden.

Der Staatschef betonte bei einem Kabinettstreffen, es gebe Beweise für den Vorfall. „Wir kennen selbst den Namen des Piloten.“ Die F-16- Piloten hätten die amerikanische Maschine darauf hingewiesen, dass sie bereit seien, die Hoheitsrechte Venezuelas zu verteidigen.

Die Beziehungen zwischen dem sozialistischen Venezuela und den USA sind traditionell sehr angespannt. Venezuela gehört zu den stärksten Kritikern Washingtons. Chávez wirft den USA seit Monaten offen vor, einen Krieg gegen Venezuela vorzubereiten.

Kommentare (3)

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Holzauge

09.01.2010, 12:22 Uhr

Trau', schau' wem! in dem fraglichen Gebiet gibt es mehrere unabhängige Radarsysteme zur Flugsicherung (und Verteidigung). Mal abwarten, was die Niederländer da gesehen haben.

Holzauge

rolfnighthawk

09.01.2010, 13:16 Uhr

Na das sind doch gute Aussichten für die bundeswehr.
Kampf gegen den Terror nun auch in Venezuela. Aber da solls wenigsten schöne Strände geben.

watchdog

10.01.2010, 03:24 Uhr

Es sieht so aus als wollte die USA mal wieder Krieg spielen. Als Gewinn lockt ja mal wieder Oel, zudem die fuer die USA am begehrtesten Sorte "Sour Crude". Venezuela ist einer der Hauptlieferanten fuer die USA und zudem logistisch sehr attraktiv. imperialistisch, da ist schon was dran, denn warum engagiert sich Uncle Sam immer da wo es was zu holen gibt? Warum ist Uncle Sam nicht in Dafur, oder anderen Plaetzen in Afrika, wo Menschen dahinsiechen, verhungern usw?

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