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10.05.2017

20:45 Uhr

Lawrow trifft Trump in Washington

Zu Besuch bei den unideologischen Geschäftsleuten

VonFrank Wiebe

Der US-Präsident empfängt Außenminister Lawrow. Der freut sich über den unideologischen Ansatz der US-Regierung. Ansonsten steht das Treffen an sich eher im Vordergrund als die Inhalte.

US-Präsident Donald Trump (l) und Russlands Außenminister Sergej Lawrow bei ihrem Treffen im Weißen Haus in Washington. dpa

Trump trifft Lawrow

US-Präsident Donald Trump (l) und Russlands Außenminister Sergej Lawrow bei ihrem Treffen im Weißen Haus in Washington.

New YorkEr ist einer der mächtigsten Politiker weltweit, und damit einer der bisher wichtigsten Gäste im Weißen Haus: Sergej Lawrow, Außenminister von Russland. Der Besuch war dringend nötig, um die angespannte Situation zwischen den beiden Supermächten wieder etwas zu beruhigen. Die eigentliche Nachricht ist daher, dass er überhaupt stattgefunden hat. Die Inhalte des Gesprächs blieben eher blass, so weit dies aus der Mitteilung des Weißen Hauses herauszulesen ist.

Trump hat demnach die Zusammenarbeit im Syrien-Konflikt angemahnt, und dabei auch gefordert, dass die Russen ihren Einfluss auf das Regime Assad, den Iran und dessen Verbündete dabei nutzen. Damit bleibt aber offen, ob die USA sich mit dem Verbleib von Assad in der Regierung abgefunden haben.

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Das einzige weitere Thema, das konkret benannt wird, ist die Ukraine. Hier fehlt jede Erwähnung der Krim, die Russland völkerrechtswidrig besetzt hat. Trump pochte aber auf die Erfüllung des sogenannten Minsker Abkommens, das die Probleme im Osten der Ukraine, der unter russischem Einfluss steht, einer Lösung näher bringen soll.

Ansonsten betonte Trump, ihm sei an einer besseren Beziehung zu Russland gelegen. Im Wahlkampf und kurz nach seiner Wahl hatten Trump und der russische Präsident Wladimir Putin noch Komplimente ausgetauscht. Aber die Beziehung bekam spätestens einen Riss, als Trump einen Raketenangriff auf einen syrischen Flughafen anordnete, von dem aus nach US-Erkenntnissen Angriffe mit Chemiewaffen geflogen wurden.

Die Situation in Syrien ist verfahren: Die Russen haben mit dem Festhalten an Diktator Baschar al-Assad eine schlechte Strategie gewählt, der Westen hat zurzeit gar keine erkennbare Strategie. Und schon zur Regierungszeit von Barack Obama war die Koexistenz der russischen und amerikanischen Truppen vor Ort angespannt. Die Kommunikation beschränkte sich schon damals auf kurzfristige Warnungen vor Luft-Einsätzen, um sich nicht aus Versehen ins Gehege zu kommen.

Lawrow dürfte bei dem Treffen nicht viele neue Erkenntnisse gewonnen haben. Er ist einer dienstältesten Diplomaten weltweit und bekannt dafür, keine Schwäche zu zeigen. Er sagte laut der russischen Website RT News, die Regierung Trump bestehe aus unideologischen Geschäftsleuten, daher sei eine Zusammenarbeit trotz der schwierigen Beziehungen möglich.

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