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05.05.2015

10:02 Uhr

Le Pen-Familienzwist

Jean Marie Le Pen will Tochter nicht als Präsidentin

Jean-Marie Le Pen will die Kandidatur seiner Tochter Marine für das Amt als Frankreichs Präsidentin verhindern. Der Gründer der rechtsextremen Front National wählt die Flucht nach vorn. Denn auch er steht unter Beschuss.

Vater und Tochter: Jean-Marie und Marine Le Pen bei einer Kundgebung am 1. Mai. dpa

Vater und Tochter Le Pen

Vater und Tochter: Jean-Marie und Marine Le Pen bei einer Kundgebung am 1. Mai.

ParisNach der Suspendierung seiner Mitgliedschaft in der rechtsextremen Front National (FN) hat sich deren früherer Vorsitzender Jean-Marie Le Pen gegen einen Wahlsieg seiner Tochter Marine bei der französischen Präsidentschaftswahl ausgesprochen.

„Wenn derartige moralische Prinzipien den französischen Staat leiten sollten, wäre dies skandalös“, sagte Jean-Marie Le Pen am Dienstag dem Radiosender Europe 1. Auf Nachfrage, ob er sich tatsächlich keinen Sieg seiner Tochter bei der Wahl 2017 wünsche, sagte er: „Im Moment nicht.“

Die Front National hatte am Montag auf Betreiben von Marine Le Pen die Mitgliedschaft des Parteigründers und langjährigen Vorsitzenden ausgesetzt. In drei Monaten sollen die Parteimitglieder zudem entscheiden, ob ihm der Titel des Ehrenpräsidenten entzogen wird.

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Front National watscht ihren Parteigründer ab

Die rechtsextreme französische Partei Front National hat ein Problem: Parteigründer Le Pen hört mit den antisemitischen Äußerungen nicht auf. Deshalb darf er sich nicht mehr Ehrenvorsitzender nennen - vorerst jedenfalls.

Hintergrund ist ein Interview des 86-Jährigen, in dem er zum wiederholten Mal die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als „Detail“ der Geschichte bezeichnet hatte. Er läuft damit den Bestrebungen von Marine Le Pen entgegen, die Partei aus der rechtsextremen Ecke herauszuführen.

Indem sie ihn nun aus der FN habe rauswerfen lassen, sei seine Tochter „ein bisschen schlimmer“ als die großen Parteien, die Sozialisten und die konservative UMP. Der politische Gegner „greift von vorn an, hier greift er vom Rücken an“, sagte er.

Le Pen kündigte schon am Montagabend an, einen Einspruch gegen die Entscheidung der Parteiführung zu prüfen, seine Mitgliedschaft auszusetzen. Er hatte die Front National 1972 mitgegründet und rund vier Jahrzehnte angeführt. Anfang 2011 trat er den Parteivorsitz an seine Tochter Marine ab.

Diese verfolgt die Strategie, die Partei zu „entdämonisieren“ – offenbar mit Erfolg: Bei den Europawahlen vor einem Jahr wurden die Rechtsextremen mit rund 25 Prozent der Stimmen erstmals in ihrer Geschichte stärkste Kraft in Frankreich.

Von

afp

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