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12.09.2011

03:52 Uhr

Leben am Ground Zero

Lower Manhattan erhebt sich aus der Asche

Nach den Anschlägen vom 11. September überließen Anwohner und Unternehmen Lower Manhattan dem Rauch. Heute, zehn Jahre später, gilt das vormals kalte Geschäftsviertel wieder als eines der lebendigsten der Stadt.

In Lower Manhattan hat sich seit den Anschlägen wieder eine lebhafte neue Kultur entwickelt. dapd

In Lower Manhattan hat sich seit den Anschlägen wieder eine lebhafte neue Kultur entwickelt.

New YorkGreg Boyd kann den Oktoberbeginn kaum erwarten. Dann wird der Anwalt in seine neue 4000-Dollar-Luxuswohnung im schillernden Hochhaus von Stararchitekt Frank Gehry ziehen, und er wird eine der schönsten Aussichten über Manhattan und den Hudson River genießen, die New York zu bieten hat. Fünf Minuten geht er von dort bis zum Ground Zero.

Vor zehn Jahren, nach den Anschlägen vom 11. September 2001, war Lower Manhattan monatelang ein grauenhafter Ort, voll vom Staub der pulverisierten Hochhäuser und menschlichen Überreste. Heute ist das Viertel eines der trendigsten in ganz New York. Die Wohnbevölkerung hat sich mehr als verdoppelt. Was einst ein kaltes Geschäftsviertel und dann ein Ort des Todes war, ist heute voll mit neuem Leben.

Greg Boyd ist Teil dieses neuen Lebens. „Es ist einer der glücklichsten und jüngsten Teile der Stadt“, sagt Boyd, der nach Midtown Manhattan zur Arbeit fährt, wohin die meisten Banken umgezogen sind. „Ich habe gesehen, wie sich die Nachbarschaft von einem verschlafenen Geschäftszentrum zu einem familienfreundlichen Ort mit vielen jungen Paaren und Singles gewandelt hat.“

Einst ein Sammelbecken für Banker und andere Anzugträger, die nach der Schlussglocke an der Börse aus dem Viertel strömten, werden heute mit den Bewohnern auch die Beschäftigten bunter.

Ein Testlauf für das Lichtspektakel zum Gedenken an die Opfer der Anschläge vom 11. September. dapd

Ein Testlauf für das Lichtspektakel zum Gedenken an die Opfer der Anschläge vom 11. September.

So ziehen Medienunternehmen in diesen Teil der Stadt und sichern sich schon mal Büroräume im Neubau des World Trade Centers. Ein Beispiel: Der Verlag Condé Nast, Herausgeber von Magazinen wie „Vogue“, „Vanity Fair“ und dem „New Yorker“, zieht zur Eröffnung 2014 oder 2015 in das neue One World Trade Center ein. Es ist das höchste von vier Hochhäusern, die am Ground Zero entstehen. Die anderen drei sollen laut dem Investor Larry Silverstein in den Jahren 2015 und 2016 fertig sein.

Während Platz- und Geldmangel anderswo in Manhattan das Bauen schwierig machen, entwickelt sich das neue Lower Manhattan zum Zentrum moderner Baukunst. Einige der berühmtesten Architekten der Welt arbeiten hier. Neue Verkehrsverbindungen werden das Viertel mit allen Teilen der Insel, mit Brooklyn und New Jersey verbinden.

Tiffany, Hermès, La Maison du Chocolat - schon jetzt haben zahlreiche Luxusgeschäfte im Viertel eröffnet. Wenn das neue World Trade Center fertig ist, werden auf 45.000 Quadratmetern Verkaufsfläche weitere Geschäfte und Restaurants entstehen.

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