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25.02.2004

14:43 Uhr

Lebenslange Haft statt Todesstrafe

Erste Guantánamo-Gefangene müssen vor Tribunal

Nach über zwei Jahren haben die USA die ersten Gefangenen im US-Lager Guantánamo Bay auf Kuba angeklagt. Wegen Verschwörung zu Kriegsverbrechen sollen sie sich vor einem Militärtribunal verantworten, teilte das Pentagon am Dienstag mit.

HB WASHINGTON. Danach handelt es sich um einen Mann aus dem Jemen und einen Sudanesen, die im Verdacht stehen, persönliche Verbindung zum El-Kaida-Terroristenführer Osama bin Laden gehabt zu haben.

Dem Pentagon zufolge droht ihnen im Fall eines Schuldspruchs aber nicht die Todesstrafe, sondern lebenslange Haft. Wann die Prozesse stattfinden sollen, blieb zunächst offen. Dem Ministerium zufolge wird Bin Ladens Ex-Leibwächter Ali Hamza Ahmed Sulayman al Bahlul aus dem Jemen verdächtigt, als „führender El-Kaida-Propagandist“ Videos produziert zu haben, in denen die Ermordung von Amerikanern verherrlicht worden sei. Ibrahim Ahmed Mahmud al Kosi aus dem Sudan stehe im Verdacht, Finanzgeschäfte der El Kaida abgewickelt und Waffen geschmuggelt zu haben. Auch er soll ein ehemaliger Leibwächter Bin Ladens gewesen sein.

Die Männer gehören zu rund 650 Gefangenen, die zum Teil schon seit mehr als zwei Jahren auf dem US-Stützpunkt festgehalten werden, ohne dass ihnen bisher der Prozess gemacht wurde oder ihnen Zugang zu einem Anwalt gewährt wurde. Bisher sind neben den beiden Angeklagten nur vier weitere Gefangene für spätere Militärverfahren ausgewählt worden. Das Vorgehen der USA hat wiederholt Proteste von Menschenrechtsorganisationen und ausländischen Regierungen ausgelöst.

Vor diesem Hintergrund betonte das Pentagon in einer Erklärung, dass beiden Angeklagten Grundrechte wie die kostenlose Vertretung durch einen Anwalt zugestanden würden. Sie könnten außerdem Zeugen aufrufen und Beweise zu ihrer Entlastung vorlegen.

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