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30.04.2015

13:01 Uhr

Lehrerstreik in Brasilien

150 Verletzte bei Ausschreitungen in Rio

Aufgebrachte Lehrer protestieren in Brasilien gegen die Kürzung ihrer Altersbezüge und versuchen das Regionalparlament zu stürmen. Für den Gewaltausbruch macht der Bürgermeister die Staatsregierung verantwortlich.

Demonstranten versuchten das Regionalparlament des Staats Paraná in der Stadt Curitiba zu stürmen. 150 Menschen wurden verletzt. dpa

Ausschreitungen bei Lehrerstreiks in Brasilien

Demonstranten versuchten das Regionalparlament des Staats Paraná in der Stadt Curitiba zu stürmen. 150 Menschen wurden verletzt.

Rio de JaneiroBei Ausschreitungen während eines Lehrerstreiks im Süden Brasiliens sind mindestens 150 Menschen verletzt worden. Die Polizei ging am Mittwoch (Ortszeit) mit Gummigeschossen, Blendgranaten und Tränengas gegen Demonstranten vor, die versuchten, das Regionalparlament des Staats Paraná in der Stadt Curitiba zu stürmen.

Dort berieten die Abgeordneten gerade über Pensionskürzungen für Lehrer und andere Beamte und beschlossen die Einsparungen trotz der Proteste. Erst nach Stunden schienen die Tumulte vor Anbruch der Nacht abzuklingen. Fernsehbilder zeigten, wie Hunderte protestierende Lehrer flohen, weil Blendgranaten und Tränengasbehälter explodierten.

Brasilien - Land der Superlative

Größe

8,5 Millionen Quadratkilomenter - damit doppelt so groß wie die Europäische Union (Quelle: dpa)

Einwohner

203 Millionen Einwohner - bevölkerungsreichstes Land Lateinamerikas

Wirtschaft

Teil des BRICS-Bündnis für aufstrebende Wirtschaftsmächte - neben Brasilien noch Russland, Indien, China und Südafrika

BIP 2013: 2,243 Billionen US-Dollar (11.311 Dollar pro Einwohner)

Export

Hauptexportgüter sind Rohstoffe, Nahrungsmittel und Erdöl - 2018 soll die Erdöl-Förderung im Off-Shore-Ölfeld "Campo de Libra" beginnen, die Reserven dort werden auf 8 bis 12 Milliarden Barrel (Fass je 159 Liter) geschätzt

Soziales

Das soziale Gefälle in Brasilien ist groß. Der Anteil der Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze sank zwar von 2002 bis 2009 von 38,3 auf 23,9 Prozent, die Zahl der Betroffenen ging von 68 auf 44 Millionen zurück. Die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen ist aber weiterhin auch im Weltmaßstab sehr hoch.

Die städtische Regierung von Curitiba erklärte auf ihrer Internetseite, mindestens 150 Menschen hätten sich verletzt behandeln lassen müssen. Das Sicherheitssekretariat des Staates sprach von rund 20 verletzten Polizisten. Wie schwer die Verletzungen waren, war zunächst nicht bekannt.

Bürgermeister Gustavo Fruet nannte die Szenen einen „Krieg ohne Vorbild“. Die Schuld für die „vorhergesagte Tragödie“ gab er den Sicherheitskräften. Für diese ist die Staatsregierung verantwortlich. Unbewaffnete Stadtpolizisten hätten einen Korridor gebildet, damit verletzte Lehrer ins Rathaus gelangen konnten, um Erste Hilfe zu bekommen.

Die Regierung von Parná erklärte auf ihrer Webseite, dass sie „die Taten der Konfrontation, Aggression und Vandalismus, die diesen Nachmittag von Demonstranten verursacht wurden, zutiefst bedauert“. Maskierte hätten Steine, Feuerwerkskörper, Stöcke und Eisenstangen benutzt, um die Polizeireihen zu durchbrechen. Sieben Personen seien festgenommen worden.

Von

ap

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