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06.06.2015

15:53 Uhr

Lehrerstreik

Plünderungen vor Wahl in Mexiko

Am Sonntag wählen die Mexikaner ein neues Parlament – in einigen Teilen umgeben von Soldaten und Polizisten. Streikende Lehrer plünderten Parteizentralen, regierungskritische Demonstrationen arteten aus.

Aus Protest gegen eine Bildungsreform und aus Unzufriedenheit mit der Regierung rief die mächtige Lehrergewerkschaft CNTE zum Wahlboykott auf. dpa

Arbeitskampf

Aus Protest gegen eine Bildungsreform und aus Unzufriedenheit mit der Regierung rief die mächtige Lehrergewerkschaft CNTE zum Wahlboykott auf.

Mexiko-StadtKurz vor den Parlaments- und Regionalwahlen in Mexiko haben streikende Lehrer im Süden des Landes mehrere regionale Parteizentralen angegriffen und sich Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. In der Provinzhauptstadt Tuxtla Gutiérrez im Bundesstaat Chiapas plünderten sie die Büros der Regierungspartei PRI, der linken PRD und der Grünen und steckten Möbel und Dokumente in Brand. In Guerrero kam es am Freitag zu Krawallen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Die Regierung schickte Soldaten und Polizisten in den Süden des Landes, um die Sicherheit bei den Wahlen am Sonntag zu gewährleisten. „Wir wollen, dass alle Mexikaner in Ruhe an die Urnen gehen können“, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong.

An diesem Sonntag werden alle 500 Abgeordneten auf Bundesebene, neun Gouverneure und knapp 900 Bürgermeister in 16 Bundesstaaten gewählt. Die Wahl gilt als Stimmungstest zur Mitte der Amtszeit von Präsident Enrique Peña Nieto.

Aus Protest gegen eine Bildungsreform und aus Unzufriedenheit mit der Regierung rief die mächtige Lehrergewerkschaft CNTE zum Wahlboykott auf. Außerdem forderte sie Aufklärung über das Schicksal von 43 Studenten, die im vergangenen Jahr von der Polizei verschleppt und vermutlich von Bandenmitgliedern getötet worden waren.

Laut einen Bericht der Zeitung „El Universal“ vom Samstag bereiteten die Kommilitonen der Verschleppten auf dem Gelände des linken Lehrerseminars Ayotzinapa in Guerrero mit gestohlenem Benzin Brandsätze für weitere Proteste vor. „Unser Nein zu den Wahlen ist endgültig“, sagte der Sprecher der Opferfamilien, Felipe de la Cruz.

Von

dpa

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