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12.09.2011

12:17 Uhr

Leserbriefe zur Euro-Rettung

„Den Wählern nicht mehr vermittelbar!“

Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart hat die Leser aufgefordert, ihre Meinung über die Maßnahmen zur „Euro-Rettung“ mitzuteilen. Die interessantesten Stimmen hat die Redaktion hier zusammengetragen.

In Griechenland gehen die Proteste gegen den Sparkurs der Regierung weiter: Einige Leser fordern die Aufspaltung des Euro in eine Nord- und Südwährung. dpa

In Griechenland gehen die Proteste gegen den Sparkurs der Regierung weiter: Einige Leser fordern die Aufspaltung des Euro in eine Nord- und Südwährung.

Holt mich hier raus!
Von Beruf bin ich Bankbetriebswirtin und behaupte, dass ich wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen von unwirtschaftlichen unterscheiden kann. Wenn ich allerdings zu meiner Entscheidungsfindung Politik als weitere Komponente hinzufügen soll, wird alles schnell unlogisch, fadenscheinig und unergründlich! Politiker machen sich den Satz, „Regeln sind da, um gebrochen zu werden“, zur Leitmaxime.

Ich würde mich gerne politisch engagieren und in Deutschland und der EU gerne aufräumen, aber Politik ist ein viel zu dreckiges Geschäft! Im Gegensatz zu unseren gewählten Volksvertretern mag ich Regeln und weiß um ihre Bedeutung. Deutschland sollte den Euro behalten, allerdings sollten wir Griechenland in die Insolvenz schicken. Lieber ein Ende mit Schrecken ...

Die EU sollte sich das Motto der Genossenschaftsbanken zunutze machen: Hilfe zur Selbsthilfe. Momentan ist es wohl eher: „Hilfe, ich bin ein Staat mit zu großem Ego, holt mich hier raus (ohne dass ich was dazulernen muss)!“

- Theresa Dornieden

Glaubwürdigkeit der EU
Der Euro ist gut für Deutschland und die EU und als Kontrapunkt zum Dollar – aber nicht um jeden Preis. Das Beispiel der hemmungslosen US-Verschuldung wäre die Chance gewesen, Europa und seine Währung voranzubringen. Die Politik hat’s verbaselt, erschreckende Schwächen offenbart und gerade hierzu bestehende Vorschriften und Regeln über den Haufen gerannt unter Inkaufnahme enormer Glaubwürdigkeitsverluste (Stichwort: EZB-Anleihenkauf). Das lässt nicht darauf schließen, dass die EU die Probleme in der Zukunft in den Griff bekommt.
- Carsten Kayatz

Keine Kleinstaaterei

Meine Meinung ist, dass der Euro unbedingt gerettet werden muss. Ich würde es als Rückfall in Kleinstaaterei empfinden, wenn man in Europa wieder zu eigenen Landeswährungen zurückkehrte. Dies wäre in meinen Augen ein Rückschritt mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft. Ich habe es als großen Erfolg empfunden, dass durch die Euro-Zone ein erfolgreicher Gegenpol zur „Supermacht“ Amerika und zum Dollar aufgebaut wurde.

Welchen Preis sollte man für die Rettung des Euros zahlen? Das müssen sich die Politiker und Wirtschaftsexperten sehr genau überlegen. Nach meiner Vorstellung muss man dabei über sehr viel „nationalstaatliche Schatten“ springen, um zu erreichen, dass global das Vertrauen in den Euro/die Währungssysteme wieder wächst. Es ist wohl nicht nur europäisches, sondern kosmopolitisches Denken und Handeln erforderlich. Aber es sollten größte Anstrengungen unternommen werden, um dieses Ziel zu erreichen.

- Brigitte Lorenz

Kommentare (32)

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w.schwachtel@gmx.de

11.09.2011, 18:51 Uhr

Liebe Politiker ihr habt ein Problem. Durch die vielen Rettungspakete, wird für etliche Bürger das GELD selber UNGLAUGBWÜRDIG. "Irgendwie gehts bei mir auch schon weiter, wenn ich mal kein Geld haben sollte" sagen sich viele. "Staaten wird ja auch geholfen, irgendwoher wird das schon kommen." Tja, Politiker, kein Wunder das die Leute so denken.

Der "Zug und Druck" des Geldes und Kredite VERSCHWINDET !
Die Leute konsummieren auch auf Pump, weil sie es ja oben nicht anders vorgelebt bekommen !

Tja, so siehts aus, so ist der Stand der Dinge !

Blickensdoerfer

11.09.2011, 19:20 Uhr

Auf Euro lautende Banknoten und Münzen müssen nicht vor ihrer Vernichtung, allenfalls vor denen gerettet werden, welche den "Euro" als Währung abschaffen wollen. Aber darum geht es wohl auch nicht, denn sonst benötigt es nur zu seiner Rettung, Maßnahmen zur Veränderung der Verfügungsgewalt. Die wurde der EZB, dem ESZB zugeordnet. "Euro-Rettung" verschleiert, was und von wem, wie gerettet werden muss. Nicht gerettet, aber wiederhergestellt werden muss ein "gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht" der "Eurozone" und damit die Rückführung der für dieses Gleichgewicht notwendigen Menge gleicher Euro-Einheiten. Mit welchen Maßnahmen? Das muss "Politik" beantworten

Account gelöscht!

11.09.2011, 19:39 Uhr

Sehr schön, dass das Handelsblatt dem Bürger seine Stimme leiht. Die zum großen Teil in Parallelwelten abgedrifteten Abnicker des Bundestages haben ja beschlossen selbst besser zu wissen, was gut und richtig ist und deshalb ihr Volk nicht mehr zu vertreten bzw. seine berechtigten Einwände gegen das derzeitige Geschehen als einfach ewiggestrige Pöbelei zu diskreditieren.

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