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01.01.2014

12:49 Uhr

Lettland

Feuerwerk für den Euro

Zum Jahreswechsel tauscht Lettland seine Währung Lats gegen den Euro und feierte die Gemeinschaftswährung. Die Umstellung verläuft pannenfrei und soll dem Land einen Aufschwung bescheren.

Festakt: Lettlands Zentralbankchef Ilmars Rimsevics, der estländische Premierminister Andrus Ansip, der lettische Premierminister Valdis Dombrovskis and der lettische Finanzminister Andris Vilks (von links nach rechts) präsentieren den Euro. dpa

Festakt: Lettlands Zentralbankchef Ilmars Rimsevics, der estländische Premierminister Andrus Ansip, der lettische Premierminister Valdis Dombrovskis and der lettische Finanzminister Andris Vilks (von links nach rechts) präsentieren den Euro.

RigaDie Euro-Einführung in Lettland ist nach Angaben des Finanzministeriums problemlos über die Bühne gegangen. Der Wechsel von der bisherigen Währung Lats auf den Euro sei wie geplant und ohne Zwischenfälle verlaufen, sagte die für die Euro-Einführung verantwortliche Projektleiterin Dace Karlsone am Mittwoch im lettischen Fernsehen.

Die Geldautomaten seien erfolgreich auf den Euro umgestellt worden. Auch die größten Banken des baltischen Landes vermeldeten einen reibungslosen Übergang auf die neue Währung. Lettland hat zum Jahreswechsel als 18. EU-Land den Euro eingeführt. In der Eurozone leben damit 333 Millionen Menschen.

In der Hauptstadt Riga wurde der Euro-Start mit einem Feuerwerk um Mitternacht gefeiert. „2014 ist ein historisches Jahr für Lettland“, sagte Noch-Ministerpräsident Valdis Dombrovskis, als er wenige Minuten nach dem Jahreswechsel den ersten Euro-Schein aus einem Bankautomaten in der Innenstadt von Riga zog. Nach dem EU- und Nato-Beitritt 2004 sei die Euro-Einführung der „nächste logische Schritt“ bei der Integration des baltischen Landes in die westliche demokratische Welt.

Die lettische Zwei-Euro-Münze. dpa

Die lettische Zwei-Euro-Münze.

Auch für Zentralbank-Chef Ilmars Rimsevics bedeutete die Euro-Einführung „viel mehr als nur einen Währungswechsel.“ Lettland kehre dadurch vollständig nach Europa zurück, sagte er. Umgekehrt gewinne die Eurozone ein „sehr hart arbeitendes Land“, dass derzeit das größte Wirtschaftswachstum in der EU aufweist und mit seiner Erfahrungen bei der Bewältigung der Krise eine Diskussion steuern könne.

Mit der Euro-Einführung krönt die Regierung die wirtschaftliche Sanierung Lettlands, das Ende 2008 noch vor dem Staatsbankrott stand. Mit einem eisernen Spar- und Reformkurs überwand die Ostseerepublik seine Krise und erfüllte souverän die Beitrittsbedingungen.

Lettland ist nach Estland (Beitritt 2011) der zweite baltische Staat und die zweite Ex-Sowjetrepublik in der Eurozone. In der Bevölkerung war die Skepsis über den Währungswechsel bis zuletzt groß.

Finanzminister Andris Vilks bemühte das Bild eines Neujahrsvorsatzes. Viele Menschen in Lettland würden zum Jahreswechsel versprechen, etwas Neues zu beginnen, mehr zu tun oder besser zu machen. Dafür hätten sie nun mit dem Euro ein neues Mittel, sagte er.

Auch der nächste Kandidat aus dem Baltikum steht bereits in den Startlöchern: Litauen will den Euro 2015 einführen und dafür im Frühjahr einen Antrag bei der EU-Kommission stellen.

Von

dpa

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