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28.12.2013

17:37 Uhr

Lettland

Nur wenig Begeisterung vor Währungswechsel

In Lettland laufen die Vorbereitungen für die Euro-Einführung auf Hochtouren. Das baltische Land scheint gerüstet. Doch die Bevölkerung sieht dem Abschied des heimischen Lats mit Wehmut entgegen.

Die lettische Euro-Münzen. „Die Einführung des Euro wird positiv für Lettland sein, sie wird einen Beitrag für die Wirtschaft und das Wohlergehen der Menschen leisten“, beschreibt Noch-Ministerpräsident Valdis Dombrovkis die Vorteile des Beitritts zur Eurozone. dpa

Die lettische Euro-Münzen. „Die Einführung des Euro wird positiv für Lettland sein, sie wird einen Beitrag für die Wirtschaft und das Wohlergehen der Menschen leisten“, beschreibt Noch-Ministerpräsident Valdis Dombrovkis die Vorteile des Beitritts zur Eurozone.

RigaMit einem großen Feuerwerk in der Silvesternacht wird Lettland zum Jahreswechsel als 18. Land der Eurozone beitreten und den heimischen Lats durch den Euro ablösen. Damit sich die gut zwei Millionen Bürger an die neue Währung gewöhnen können, hat die Regierung im Dezember 800 000 „Starter-Kits“ - Plastiktütchen mit je 45 Euromünzen im Wert von 14,32 Euro - in Umlauf gebracht. Anders als bei der in Rekordzeit vergriffenen letzten Sonderprägung des Lats bildeten sich nur vereinzelt Schlangen vor den Bankschaltern - die Euro-Begeisterung der Bevölkerung hält sich in Grenzen.

Umso größer ist sie bei der Regierung des baltischen Landes. „Die Einführung des Euro wird positiv für Lettland sein, sie wird einen Beitrag für die Wirtschaft und das Wohlergehen der Menschen leisten“, beschreibt Noch-Ministerpräsident Valdis Dombrovkis die Vorteile des Beitritts zur Eurozone. Für Zentralbank-Chef Ilmars Rimsevics bedeutet der Euro die vollwertige Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion und die „tiefgreifende und unwiderrufliche Integration Lettlands in Europa - nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch“.

Auch in Brüssel begrüßt man die Euro-Einführung in Lettland als „historischen Moment“. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem betonte im Oktober bei einem Besuch in Riga, sie verstärke die Beziehungen zwischen dem kleinen Baltenstaat und der Eurozone zu einem Zeitpunkt der schrittweisen Erholung der Eurozone nach der Wirtschaftskrise.

Auch Lettland war nicht von der Krise verschont worden. Zwischen 2008 und 2010 brach die Wirtschaftsleistung um 20 Prozent ein. Die Baltenrepublik konnte nur durch Hilfskredite der EU und des IWF vor dem Staatsbankrott gerettet werden. Heute sind Haushalt und Wirtschaft nach einem radikalen Spar- und Reformprogramm wieder auf Kurs. Lettland erfüllt souverän die Beitrittsbedingungen und ist das wachstumsstärkste Land in der EU, leidet aber unter hoher Abwanderung.

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