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13.01.2016

06:42 Uhr

Letzte Rede zur Lage der Nation

Obama schwört Amerika auf die eigene Stärke ein

VonMoritz Koch

Es ist eine Gegenrede zu Donald Trump: Barack Obama nutzt seine letzte Rede zur Lage der Nation, um Optimismus zu verbreiten. Den Klageliedern der Republikanern setzt er den Glauben an die Stärke Amerikas entgegen.

Obamas letzte Rede

„Von einem Dritten Weltkrieg darf nicht allzu leichtfertig die Rede sein“

Obamas letzte Rede: „Von einem Dritten Weltkrieg darf nicht allzu leichtfertig die Rede sein“

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WashingtonBarack Obama war gerade damit beschäftigt, seiner Rede zur Lage der Nation den letzten Schliff zu geben, als ihn der Lagebericht aus dem Persischen Golf erreichte. Zwei US-Patrouillenboote, die sich auf dem Weg von Kuwait nach Bahrain befanden, waren von der iranischen Küstenwaffe aufgegriffen, insgesamt zehn amerikanische Marineangehörige in Gewahrsam genommen worden. Es dauerte nicht lange, bis entsprechende Eilmeldungen über amerikanische Fernsehbildschirme flimmerten.

Das Weiße Haus war eilig bemüht, die Geschehnisse herunterzuspielen. „Wir sehen keine feindlichen Intentionen“, hieß es. Alles deute darauf hin, dass die Seeleute gut behandelt und noch am Mittwoch freigelassen würden. Doch es besteht kein Zweifel: Der Zwischenfall ist heikel für Obama, er kommt zu einer denkbar schlechten Zeit. In seiner wohl letzten Rede vor beiden Kammern des Kongresses wollte der Präsident die politischen Konflikte der Vergangenheit hinter sich lassen und den Blick nach vorn richten. Und ausgerechnet jetzt drohen neue Spannungen mit Iran.

Das Atomabkommen, das Obama mit den Teheraner Theokraten ausgehandelt hat und das er als Teil einer umfassenderen Entspannungsstrategie betrachtet, gehört zu den umstrittensten Errungenschaften seiner an Kontroversen nicht gerade armen Amtszeit. Seine Gegenspieler, die Republikaner, die Hausherren im Kapitol, werten die Einigung als Ausverkauf amerikanischer und israelischer Sicherheitsinteressen, werfen Obama Appeasement vor. Selbst Obamas Parteifreunde sind skeptisch, ob sich die Feindschaft mit dem Iran wirklich überwinden lässt. All das kommt wieder hoch, während die Kongressmitglieder auf den Präsidenten warten.

Dann, mit ein paar Minuten Verspätung, tritt Obama ans Podium. Und er ist entschlossen, sich nicht in die alten Debatten zurückwerfen zu lassen. Nur einmal kurz streift er das Thema Iran, um den Atom-Deal zu preisen. Über die aktuellen Spannungen verliert er kein Wort. Obama will eine Vision für sein Land skizzieren, eine optimistische Botschaft verbreiten. Es wird ein in Teilen fulminanter Auftritt. Eine kraftvolle Gegenrede zu den Klageliedern, die seine republikanischen Gegenspieler anstimmen.

Obamas Amerika ist ein Reich der wiedergewonnenen Prosperität, eine Nation, die neuen Mut gefasst hat, die jede Herausforderung meistern kann. Das republikanische Amerika ist ein Krisengebiet, runtergewirtschaftet und von Terroristen bedroht. Die Fakten sprechen für Obama: Der Arbeitsmarkt hat sich erholt, die Wirtschaft wächst. Doch die Stimmung scheint eher den Republikanern Recht zu geben. 70 Prozent der US-Amerikaner sind der Ansicht, dass sich ihr Land in die falsche Richtung bewegt. Ihnen wendet sich Obama in seiner Rede zu, den Verunsicherten, den Entmutigten. Er will ihnen Zuversicht zurückgeben. Den Glauben an eine bessere Zukunft.

Kommentare (10)

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Frau Monika Forro

13.01.2016, 08:16 Uhr

Ein grosser Mann mit grossen Worten!

Und dennoch hat Obama viel erreicht. Waeren nicht seine Gegenspieler aus dem Lager der Republikaner, sähe dieLage heute in den USA erheblich besser aus. Jedermann darf sich grosse Sorgen machen, Selbstdarsteller wie Trump Regierungsverantwortung erhalten sollten. Ohne Obama gäbe es vermutlich noch mehr Krisenherde und keinerlei Fortschritte auf dem Sektor Alternativer Energien. Bleibt zu hoffen, dass diejenige Person und Partei, die ihn beerben wird, seinen Kurs ausbaut und den langsamen Wandel fortsetzt.

Herr Günther Schemutat

13.01.2016, 08:16 Uhr

Mit Obama hat Amerika einen Präsidenten ,den sie vielleicht erst schätzen werden wenn sein Nachfolger/in angetreten ist. Aber hinter Obama stehen nun einmal
mächtige Interessen Gruppen die selbst ein Amerikanischer Präsident nicht allein besiegen kann, wie z.B die Waffenlobby. Mir hat Obama gut gefallen und auch das seine Familie für ihn einen hohen Stellenwert hat und er das auch noch zeigt. Das sieht sympathisch aus.

Daumen hoch ,Obama! Komm nach Deutschland und trete hier noch mal an. !
wir brauchen Politiker hier denen wir trauen können.

Herr Marc Otto

13.01.2016, 08:42 Uhr

Mit Obama ist ein würdiger Mann angetreten, der den erfolgreichen Kampf gegen den islamisch, arabischen Größenwahn in die Schranken gewiesen hat.

Mit Muslim / Arabern muss man so sprechen, das sie es auch verstehen. Genau das hat Mr. Bush gemacht und hat gezielt damit angefangen, die Staaten des Nahen Osten so zu destabilisieren, dass sie nicht mehr in der Lage waren, den Wersten durch staatliche Terror-Projekte zu zerstören. Und Obama hat dann diese erfolgreiche Politik fortgeführt.

Jetzt gibt es nur noch Saudi-Arabien und die wackelnde Türkei, was intakt geblieben ist. Und mit etwas Glück fallen diese beiden Unrechtssysteme auch noch in diesen Jahr.

Was wir gerade in der Türkei und und in den Isis--Attacken zu Silvester erleben ist nur ein zarter Abklatsch davon, was uns von diesen Staaten sonst geblüht hätte. Man sieht der muslimisch, arabischen Hydra fehl die Kraft für kriegerische Maßnahmen und so bleiben nur relativ harmlose Terror-Akte.

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