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07.11.2013

19:00 Uhr

Letzter Beweis für Vergiftung fehlt

Akte Arafat gibt weiter Rätsel auf

VonPierre Heumann

Auch nachdem Schweizer Experten die sterblichen Überreste Arafats untersucht haben, gibt es keine Gewissheit. Starb er an einer Polonium-Vergiftung? Die Palästinenser suchen einen Schuldigen – auch in den eigenen Reihen.

Polonium im Leichnam gefunden

Wer vergiftete Jassir Arafat?

Polonium im Leichnam gefunden: Wer vergiftete Jassir Arafat?

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Tel AvivDer Fall Arafat ist noch nicht geklärt. Die Schweizer Experten, die die sterblichen Überreste des legendären Palästinenserführers auf Polonium-Spuren untersucht haben, können einen Giftmord weder bestätigen noch ausschließen. Die Höhe der gemessenen Polonium-Werte deute zwar darauf hin, dass Jassir Arafat das Gift von außen zugeführt worden sei. Es fehle jedoch der letzte Beweis, dass Arafat mit Polonium vergiftet worden sei.

Arafat, der im November 2004 in einer Klinik bei Paris starb, wurde beerdigt, ohne dass eine Autopsie vorgenommen wurde. Das hatte seine Witwe Suha so angeordnet, obwohl sie schon damals in einem Fernsehinterview behauptet hatte, dass man ihren Mann „lebend begraben“ wolle.

Doch dann änderte sie ihre Meinung. Im November 2012 wurden die sterblichen Überreste Arafats auf ihr Verlangen hin exhumiert. Forscherteams aus Russland, Frankreich und der Schweiz erhielten den Auftrag, die dem Grab und dem Leichnam entnommenen Proben zu analysieren.

Die Forensiker vom Institut für Radiophysik der Uni-Klinik von Lausanne (CHUV) untersuchten Proben von Knochen und Kleidung. Doch sie warnen vor übertriebenen Erwartungen. Für mehr Gewissheit würden noch viel mehr Informationen benötigt, sagte der Chef der Strahlenphysik, Francois Bochud. Die Analysen seien besonders heikel gewesen, da zwischen dem Tod Arafats und dem Beginn der Untersuchungen acht Jahre gelegen hätten. Angesichts der kurzen Halbwertszeit von Polonium ist das eine sehr lange Zeit.

„Wir mussten mit teilweise zerstörten Proben arbeiten“, hieß in der Pressekonferenz, auf der der 108-seitige Bericht vorgestellt wurde. Damit bleiben die Todesumstände und vor allem die Täterschaft rätselhaft, sollte Arafat tatsächlich vergiftet worden sein. Die Aufklärung sei Sache von Mahmoud Abbas, Arafats Nachfolger, sagte seine Witwe Suha in einem TV-Interview. Viele Palästinenser beschuldigen die üblichen Verdächtigen: die Israelis. Israel weist dies jedoch zurück. In der palästinensischen Gesellschaft gibt es indes auch Stimmen, die interne Feinde Arafats für den Mord des Rais verantwortlich machen.

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07.11.2013, 19:07 Uhr

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