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11.12.2013

16:32 Uhr

Letzter Blick auf einen Helden

„Immer noch ein Lächeln im Gesicht“

Drei Tage lang wird der Leichnam in Pretoria aufgebahrt. Aus nächster Nähe können die Südafrikaner Abschied von ihrem Nationalhelden Nelson Mandela nehmen. Doch nicht alle Volksgruppen sind gekommen.

Tausende Trauernde stehen in einer Schlange, um Nelson Mandelas Leichnam in Pretoria vor dem Regierungsgebäude ein letztes Mal zu sehen. 11. Dezember 2013 dpa

Tausende Trauernde stehen in einer Schlange, um Nelson Mandelas Leichnam in Pretoria vor dem Regierungsgebäude ein letztes Mal zu sehen.

11. Dezember 2013

JohannesburgNach seinem Tod ist Nelson Mandela den Südafrikanern so nah wie nie zuvor. Die wenigsten haben ihn je live erlebt. „Wenn jemand immer da ist, dann bemüht man sich nicht, ihn zu sehen“, sagt die 64-Jährige Nomonde Mtsubani voller Reue. Sie gehört zum Stamm der Xhosa, wie Freiheitskämpfer Mandela auch, und wuchs in seiner Nähe auf.

Jetzt ist „Tata Madiba“ tot - und Mtsubani hat wie die anderen Südafrikaner eine letzte Chance, ihrem Helden ganz nah zu sein. Drei Tage lang wird der Leichnam vor dem Regierungsgebäude in Pretoria aufgebahrt. Es ist eine Inszenierung voller Symbole.

„Er hat noch immer ein Lächeln im Gesicht, er sieht nicht tot aus“, beschreibt die 65-jährige Loretta Valle, als sie Mandelas Sarg verlässt. Der Körper des Friedensnobelpreisträgers ist mit einem weißen Laken bedeckt, nur sein vom Alter gezeichnetes Gesicht, das weiße Haar und die Schultern sind zu sehen. Und ein Stück von einem seiner geliebten Batik-Hemden in braun und gelb.

Mandelas Sarg steht fast genau an der Stelle, an der er 1994 den Eid als südafrikanischer Präsident ablegte. Daneben weiße Lilien, Orchideen und eine seltene Aloe vom Ost-Kap, wo der Xhosa aufwuchs. Dahinter das Voortrekker-Denkmal, das für die weißen Einwanderer errichtet wurde, die 1830 von hier aus in die Weiten Südafrikas aufbrachen.

Die Trauernden halten kurz inne, einige verneigen sich, andere legen die Hand aufs Herz oder den Sarg. Mandelas Frau Graca Machel und Ex-Frau Winnie Madikizela-Mandela sind die Emotionen ins Gesicht geschrieben. Es fließen Tränen.

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