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26.04.2011

04:48 Uhr

Libyen

Auch Italien beteiligt sich an Angriffen auf Libyen

Ein Telefongespräch mit US-Präsident Barack Obama brachte die Wende: Italiens Premier Silvio Berlusconi will den Libyen-Einsatz der Nato mit eigenen Kampfbombern unterstützen.

Die Reste von Muammar Gaddafis Residenz. Quelle: Reuters

Die Reste von Muammar Gaddafis Residenz.

Tripolis/Rom/LondonItalien will sich nach Absprache mit den USA an Luftangriffen der NATO in Libyen beteiligen. Wie die italienische Regierung von Silvio Berlusconi am Montagabend mitteilte, wolle Rom seine Flugzeuge vor Ort nun auch bereitstellen „für gezielte Einsätze gegen Militärobjekte auf libyschem Territorium, um die Zivilbevölkerung zu schützen“.

Berlusconi habe dies nach einem Telefongespräch mit US-Präsident Barack Obama beschlossen, hieß es. Italien hatte bisher von Bombardierungen in seiner früheren Kolonie Libyen Abstand genommen. Man habe sich zu der Teilnahme an den NATO-Einsätzen entschlossen vor allem angesichts der entsetzlichen Situation in der heftig umkämpften Stadt Misrata. Das erklärte der italienische Verteidigungsminister Ignazio La Russa am Abend. Es werde sich jedoch „nicht um wahllose Bombardierungen handeln, sondern um gezielte Missionen mit Präzisionsbomben auf ausgewählte Objekte“.

Italien hatte bisher Militärbasen sowie Flugzeuge zu militärischen Erkundungsflügen zur Verfügung gestellt. Andere Interventionen in Libyen waren zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, aber auch nie genauer spezifiziert worden. Wie Großbritannien und Frankreich hatte auch Rom in der vergangenen Woche angekündigt, die libyschen Regimegegner mit der Entsendung von Militärexperten zu unterstützen. Mit neuen Luftangriffen auf Tripolis hat die Nato Gebäude einer Residenz des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi in Schutt und Asche gelegt.

Ein Regierungssprecher verurteilte den Angriff am Montag vor Journalisten als Versuch, Gaddafi zu töten. Gebäude der Residenzanlage in Tripolis wurden von mindestens zwei Raketen getroffen und schwer beschädigt. Bombardiert wurde unter anderem ein repräsentatives Gebäude, in dem Gaddafi kürzlich eine Delegation der Afrikanischen Union empfangen hatte. Unklar blieb, wo sich der Machthaber zum Zeitpunkt des Angriffs aufhielt. Auch auf Ziele in der umkämpften westlibyschen Stadt Misrata seien am frühen Montagmorgen offensichtlich von Nato-Maschinen Angriffe geflogen worden, wie ein Arzt dem US-Nachrichtensender CNN sagte.

 

Kommentare (8)

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Morchel

25.04.2011, 11:00 Uhr

Wer seine Bevölkerung maskriert wer Krankenhäuser beschiessen lässt, wersein Volk zum Abschuss frei gibt ist zu gut bedient stellen wir ihn vor ein Gericht für seine Verbrechen. Der gehört dem Volk zu Aburteilung.

Account gelöscht!

25.04.2011, 11:48 Uhr

meine Güte, das ist arm...

...erst ist Gaddafi sein Freund und muss unterstützt und protegiert werden. Dann sinken die Umfrage werte und mit seiner Bruni läuft es wohl auch nicht mehr so.
Was macht ein "Sonnenkönig"?!
Ein bisschen Krieg spielen!
Er bekommt aber nicht was er will - zumindest nicht so leicht und nicht so schnell (das liegt in der Natur der Dinge, dass schwache Könige sich halt überschätzen!)!
...also, hauen wir die Möbel kaputt - wie es gemeine Einbrecher halt so machen - man nennt so etwas auch Vandalismus!!!
Das alles hat leider nichts mit dem, hoffentlich erfolgreichen Freiheitskampf der Libyer zu tun!
Das ist einfach nur arm und dumm!
Nützen kann dies höchstens dem Diktator für Propaganda Zwecke!
...und unschuldiges Menschenleben kommt dabei auch noch ums Leben!
Gegen die UNO Resolution (und viele andere) verstößt es sowieso - es ist ein Kriegsverbrechen!

kurzda

25.04.2011, 14:45 Uhr

@Morchel "Der gehört dem Volk zu Aburteilung". Das finde ich auch. Könnte sein, das das Volk ihn gar nicht so schlimm findet wie hier dargestellt. Was dann? Es ist ein Bürgerkrieg. Ost gegen West. Nach Gaddafi und Etablierung einer Dummyregierung dann West gegen Ost. Sind die nächsten Freiheitskämpfer dann Terroristen ?

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