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10.06.2012

19:25 Uhr

Die Flagge von Libyen. Reuters

Die Flagge von Libyen.

Tripolis In Libyen werden die ersten freien Wahlen nach dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi erst knapp drei Wochen später als geplant am 7. Juli stattfinden. Wie der Chef der Wahlkommission, Nuri al-Abbar, am Sonntag in Tripolis mitteilte, habe man den ursprünglich für 19. Juni geplanten Urnengang wegen logistischer Probleme verschieben müssen. Bei der Wahl sollen die Libyer über die Zusammensetzung einer 200-köpfigen Versammlung entscheiden, die den bisher regierenden Nationalen Übergangsrat ersetzen und eine neue Verfassung für das nordafrikanische Land ausarbeiten soll.

Al-Abbar unterstrich, dass das Wahlgesetz erst am 18. Januar in Kraft getreten sei. Seither habe man sowohl die Registrierung von Kandidaten und Wählern als auch den Wahlkampf organisieren müssen. „Das ist eine sehr kurze Zeit, vor allem für ein Land, in dem es seit einem halben Jahrhundert keine Wahlen gegeben hat“, sagte Al-Abbar. Auch sei man durch das große Interesse der Wähler überrascht worden. Mehr als 2,7 Millionen Libyer hätten sich als stimmberechtigt registrieren lassen. Über 2000 Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Aufständische hatten das Gaddafi-Regime im vergangenen Jahr nach jahrzehntelanger Herrschaft in einem monatelangen blutigen Kampf gestürzt. Muammar al-Gaddafi war bei der Einnahme seines Heimatortes Sirte im Oktober von Rebellen getötet worden. Bis heute kommt es in verschiedenen Landesteilen immer wieder zu gewaltsamen Machtkämpfen etwa zwischen ehemaligen Rebelleneinheiten und Stammeskriegern.

Von

dpa

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