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23.01.2012

20:08 Uhr

Libyen

Gaddafi-Anhänger erobern Bani Walid

Die Gaddafi-Anhänger geben nicht auf: Im Kampf gegen die Regierungstruppen haben die Getreuen des getöteten Machthabers eine Stadt südlich von Tripolis eingenommen. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben.

Noch immer hat der getötete libysche Machthaber Muammar Gaddafi Anhänger und die kämpfen weiter. dpa

Noch immer hat der getötete libysche Machthaber Muammar Gaddafi Anhänger und die kämpfen weiter.

TripolisNach heftigen Kämpfen haben Anhänger des getöteten libyschen Machthabers Muammar Gaddafi am Montag die Stadt Bani Walid unter ihre Kontrolle gebracht. Anwohner und Vertreter der Regierungstruppen berichteten von schweren Zusammenstößen, bei denen mindestens vier Menschen getötet und weitere 20 verletzt worden seien. Es seien auch schwere Panzerabwehrwaffen zum Einsatz gekommen. Auslöser war offenbar die Festnahme mehrerer Gaddafi-Anhänger durch Mitglieder des Nationalen Übergangsrates.

„Sie kontrollieren jetzt die Stadt. Sie fahren in der Stadt umher“, sagte ein Kämpfer der Regierungstruppen. Ein Vertreter der Luftwaffe in Tripolis erklärte, es würden Kampfflugzeuge in Richtung Bani Walid entsandt. In der Hauptstadt selbst verstärkten die Sicherheitskräfte ihre Präsenz in den Straßen. Die Stadt Bani Walid war im vergangenen Jahr einer der letzten Orte, in denen Gaddafi-Anhänger gegen die Oppositionellen kämpften. Bani Walid liegt etwa 200 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Tripolis entfernt.

Unterdessen teilte der Internationale Strafgerichtshof mit, dass noch keine Entscheidung über den Prozess gegen den Sohn des früheren libyschen Machthabers, Saif al-Islam, getroffen wurde. Es sei noch nicht beschlossen worden, ob das Verfahren in Libyen stattfinden könne. Damit trat es Aussagen des libyschen Justizministers Ali Chalifa Schur entgegen. Dieser hatte erklärt, das Gericht in Den Haag habe dem Antrag Libyens auf einen Prozess in der Heimat des Angeklagten zugestimmt. Dem bekanntesten Sohn Gaddafis werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Saif al-Islam wurde im November - etwa einen Monat nach dem gewaltsamen Tod des Vaters - in der Wüste festgenommen.

Saif al-Islam selbst galt noch vor einem Jahr als designierter Nachfolger Muammar Gaddafis an der Spitze des nordafrikanischen Landes. Das Verfahren gegen ihn gilt als Test für Libyen. In dem Land droht dem Mann die Todesstrafe. Der Internationale Strafgerichtshof hatte bis Montag weitere Informationen über seinen Zustand angefordert.

Von

rtr

Kommentare (1)

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hartunddirekt

24.01.2012, 08:17 Uhr

Nachdem die Nato das Land ins Mittelalter zurückbombte und
Gaddafi durch eingeschleuste Elitekämpfer getötet wurde,zeigt sich wie falsch die Bombendiplomatie war!
Das Land wird wie der Irak in zwei Lager gespalten.
Auch die anderen Länder wo der sogenannte arabische Frühling blühte,herrscht wieder tiefer Winter.

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