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19.08.2011

06:54 Uhr

Libyen

Gaddafi erwägt Flucht nach Tunesien

Langsam wird es eng für Gaddafi: Die Rebellen stehen nur wenige Kilometer vor Tripolis, in der Nacht zum Freitag verstärkte die NATO erneut ihre Luftangriffe. Der Diktator denkt offenbar ganz konkret an Flucht.

Rebellen feiern die Einnahme von Sabratha, 65 Kilometer westlich von Tripolis. Quelle: Reuters

Rebellen feiern die Einnahme von Sabratha, 65 Kilometer westlich von Tripolis.

Tripolis/WashingtonDie NATO hat in der Nacht zum Freitag erneut mehrere Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis geflogen. Unter anderem waren rings um die Residenz von Machthaber Muammar el Gaddafi im Zentrum der Stadt mehrere Explosionen zu hören. Auch aus dem Westen der Hauptstadt wurden von Bewohnern Luftangriffe berichtet.

Die NATO hat in den vergangenen Tagen ihre Luftangriffe auf und rings um Tripolis verstärkt. Damit will sie offenbar den Vormarsch der Rebellen unterstützen, die nur noch etwa 40 Kilometer von der Hauptstadt entfernt sind.

Bei einem der Luftangriffe wurde nach Angaben eines libyschen Regierungsvertreters der Bruder von Regierungssprecher Mussa Ibrahim getötet. Der Sprecher von Gaddafi habe am Donnerstagabend in einem Restaurant vom Tod des 25-Jährigen erfahren und sei zusammengebrochen.

Der Bruder wurde den Angaben zufolge bei einem NATO-Angriff auf Sawijah getötet. Die Aufständischen in Libyen hatten am Donnerstag erste Teile der Stadt rund 40 Kilometer westlich von Tripolis eingenommen.

Unterdessen legen Informationen des US-Fernsehsenders NBC nahe, der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi trage sich mit konkreten Fluchtgedanken. Nach den jüngsten Geländegewinnen der Aufständischen plane der zunehmend isolierte Diktator offenbar, ins Exil nach Tunesien zu gehen, berichtete NBC am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf ungenannte Beamte aus der US-Regierung.

Offenbar denke Gaddafi, dass ihm das nordafrikanische Nachbarland eine sichere Zuflucht bieten werde. Der Sender unterstrich in seinem Bericht jedoch, dass die Informationen aus den Regierungskreisen noch vage seien.

Gaddafi hat immer noch einige Anhänger in Libyen. Quelle: dpa

Gaddafi hat immer noch einige Anhänger in Libyen.

Auf ihrem Vormarsch nach Tripolis haben die libyschen Rebellen am Donnerstag weitere Erfolge erzielt. Im westlichen Sawija brachten sie eine Öl-Raffinerie unter ihre Kontrolle. Rund 80 Kilometer südlich der Hauptstadt blockierten sie eine wichtige Fernstraße. Zudem vermeldeten sie die Einnahme des Küstenorts Sabratha, 80 Kilometer westlich von Tripolis, nach einem viertägigen Gefecht mit Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi.   

Mit Unterstützung von Nato-Luftangriffen und einer See-Blockade haben die Rebellen damit in den vergangenen Tagen die wochenlange Patt-Situation zu ihren Gunsten beendet. Sie rücken vom Westen und Süden auf Tripolis vor und haben die Verbindungen der Stadt nach außen gekappt.   

„Als nächstes gehen wir nach Tripolis“, sagte einer Aufständischen im südlichen Garjan. Die Stadt liegt an einer Hauptstraße nach Tripolis, die von den Rebellen eingenommen wurde. Am Donnerstag rückten die Rebellen aus Garjan weiter nach Norden in Richtung Hauptstadt vor und lieferten sich dabei heftige Gefechte mit Gaddafi-Einheiten.   

In Sawija rund 50 Kilometer westlich von Tripolis hielten die Aufständischen die Raffinerie besetzt. Es gab keine Anzeichen von Kämpfen. Die Anlage ist eine der wenigen Quellen von Treibstoff für die Gaddafi-Einheiten und die Bevölkerung von Tripolis. Den Rebellen zufolge ruhen die Arbeiten in der Raffinerie. Sie sei bei den Kämpfen jedoch nicht ernsthaft beschädigt worden. Tripolis ist bereits jetzt von einer Treibstoff- und Stromknappheit betroffen.   

Ein Sprecher Gaddafis spielte die jüngsten Geländegewinne der Rebellen herunter. Die Regierung habe immer noch die Kontrolle über das Land. „Dies ist eine Krise, die ein paar Tage andauern wird und dann - so Gott will - überwunden ist“, sagte der Sprecher. „Wir werden weitermachen, bis das ganze Land befreit ist.“ Zuletzt war unklar, wo sich Gaddafi aufhielt.

Kommentare (1)

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Che

19.08.2011, 13:01 Uhr

Shalom i Spiritu Sancti Vatikan,God Bless the USA,Frankreich,Großbritannien,Italy,Skandinavien!!!
Deutschland bleib mit deinem Hakenkreuz-Gaddafi-Sympathisanten-deutsch hinter deinem eigenen Zaun.
Vom Staats-üblichen Schizoid,Schwul,Lug-Betrugs-Antonym betroffen und mit Viren,Poison-Gas attackiert:Ehre gebührt Denen welche welche Staatliche Verfolgung gnadenlos bekämpfen,wo immer sie auch Stattfindet.Yes,We Can.Never Forget.Never Forgive!!!

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