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23.04.2011

11:56 Uhr

Libyen

Gaddafis Truppen ziehen aus Misrata ab

Unter dem Druck westlicher Luftangriffe hat die libysche Regierung den Rückzug ihrer Truppen aus der verbissen umkämpften Rebellen-Stadt Misrata angekündigt. Soldaten berichten von einem Ruckzugsbefehl.

Rebellen in der umkämpften Stadt Misrata. Gaddafis Regime zeigt sich rückzugswillig. Quelle: Reuters

Rebellen in der umkämpften Stadt Misrata. Gaddafis Regime zeigt sich rückzugswillig.

Misrata/RripolisNach Worten von Vize-Außenminister Chaled Kaim soll das Feld den örtlichen Stämmen überlassen werden. Unklar blieb am Samstag zunächst, ob dies zu einer Entspannung der Lage in der seit fast zwei Monaten belagerten Stadt führt.

Gefangengenommene Regierungssoldaten berichteten, die für Machthaber Muammar Gaddafi kämpfenden Truppen hätten mit dem Abzug bereits begonnen. Misrata ist die letzte große Stadt im Westen des nordafrikanischen Landes, die von den Aufständischen gehalten wird.

Ein gefangener und verwundeter Soldat sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Rückzugsbefehl sei bereits am Freitag erfolgt. Rebellen hätten seine Einheit am Samstagmorgen beim Abzug angegriffen. Einer seiner Kameraden bejahte die Frage, ob die Regierung die Kontrolle über die drittgrößte Stadt Syriens verloren habe. Die Soldaten gehörten zu einer Gruppe von zwölf Gefangenen, deren Wunden in einem Krankenhaus behandelt wurden.

Für Misrata gab Kaim eine Taktikänderung bekannt. „Die Situation in Misrata wird entschärft, wird bewältigt durch die Stämme rund um Misrata und die verbliebene Bevölkerung von Misrata und nicht durch die libysche Armee“, sagte er vor Journalisten in Tripolis. „Die Taktik der libyschen Armee zielt auf eine chirurgische Lösung ab, aber das funktioniert nicht mit den Luftangriffen.“ Gaddafis Truppen sollen nach Worten Kaims außerdem „heraus aus dieser Situation in Misrata, weil das libysche Volk rund um Misrata es so nicht aushalten kann“.

Hunderte von Menschen sind bei den Kämpfen um die Stadt getötet worden. Das Benzin wird knapp. Tausende von Migranten sitzen dort fest.

Unterdessen beschossen Nato-Kampfflieger am frühen Morgen ein Areal nahe dem Amtssitz Gaddafis in der Hauptstadt Tripolis. Reuters-Reportern zufolge sah das Ziel nach einem Bunker aus.

Regierungssprecher Mussa Ibrahim sprach dagegen von einem Angriff auf einen Parkplatz, bei dem drei Menschen getötet worden seien.

Kommentare (3)

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23.04.2011, 09:13 Uhr

"Ein Sprecher des US-Präsidialamtes entgegnete: „Unserer Auffassung ist es Sache des libyschen Volkes zu entscheiden, wer das Land führt, und nicht der USA.“ "
Anders geht es auch nicht nicht, denn so ist dsa Völkerrecht, das hier eh schon seit Beginn des Flugverbots verletzt wird.
Was mir immer noch sehr unscharf ist, wer den die Rebellen überhaupt sind und welche Ziele diese wirklich verfolgen. Da unsere Standard-Medien sich diesem Thema kaum widmen, habe ich mich mal umgeschaut: http://bit.ly/h9mZti

Leopold

23.04.2011, 11:01 Uhr

Wenn die Stämme mitspielen wird das ein Häuserkampf. Dann wirds wirklich hart für alle Beteiligten. Dann war es vorher wirklich chirurgisch.

Wolle

23.04.2011, 12:08 Uhr

die Geschichte zeigt es, keine Diktatur hält sich auf Dauer.

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