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19.04.2011

02:37 Uhr

Libyen-Konflikt

Gaddafi gewährt UN Zugang nach Misrata

Den fünften Tag in Folge liegen die Aufständischen in der libyschen Rebellenbastion Misrata unter Raketenbeschuss. Nach neuesten Entwicklungen dürfen die UN nun endlich der belagerten Stadt zu Hilfe kommen.

Rauch über einem Haus in Misrata: „Die Lage ist nicht sehr gut“. Quelle: dapd

Rauch über einem Haus in Misrata: „Die Lage ist nicht sehr gut“.

New York/MisrataDie Vereinten Nationen dürfen endlich Hilfslieferungen ins umkämpfte Misrata in Nordlibyen schaffen. Eine entsprechende Einigung hätten UN-Vertreter mit der Regierung von Diktator Muammar al-Gaddafi getroffen, sagte eine Sprecherin des UN-Nothilfebüros OCHA am Montag (Ortszeit) in New York.

Zunächst wollen die UN ein Erkundungsteam entsenden, um festzustellen, welche Hilfe gebraucht und wie sie zu den Notleidenden geschafft werden kann. So schnell wie möglich sollten dann Lebensmittel, Wasser und Medikamente geliefert werden. OCHA-Chefin Valerie Amos und UN-Sonderbeauftragter

Abdul Ilah Chatib hatten am Wochenende mit libyschen Vertretern verhandelt. Nach Amos' Worten haben Tausende Menschen in der Stadt nichts zu essen und kein Wasser. Zudem seien Tausende Ausländer in der Stadt, die wegen der Kämpfe nicht weg könnten. Ihre Lage sei verzweifelt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuvor in Budapest gesagt, dass die Vereinten Nationen mit Gaddafi eine Vereinbarung über eine „humanitäre Präsenz“ der UN in der Hauptstadt Tripolis getroffen hätten. Eine ähnliche Einrichtung gibt es bereits in Bengasi. Beide Vereinbarungen sehen aber keine Feuerpause vor. Ban und andere UN-Vertreter hatten immer wieder die sofortige Einstellung der Kämpfe gefordert.

Die Lage der Menschen in der seit sieben Wochen eingekesselten libyschen Rebellenbastion Misrata wird immer dramatischer. Soldaten von Machthaber Muammar Gaddafi nahmen die Küstenstadt am Montag nach Angaben von Aufständischen den fünften Tag in Folge unter Raketen-und Artilleriebeschuss.

Der Hilfsorganisation IOM gelang es dennoch, knapp 1000 überwiegend geschwächte und dehydrierte Menschen mit einem Schiff aus der Stadt zu schaffen. "Wir wollten mehr Menschen rausholen, aber es war nicht möglich", sagte der Einsatz-Leiter Jeremy Haslam. Der Beschuss Misratas sei nur für kurze Zeit unterbrochen worden.

Größtenteils handelt es sich bei den Geretteten um Migranten aus Ghana, den Philippinen und der Ukraine, aber IOM zufolge auch um 100 Libyer, darunter ein Kind mit einer Schussverletzung im Gesicht.

Niemand habe eine Vorstellung von dem Ausmaß dessen, was sich in Misrata abspiele, sagte die Nothilfekoordinatorin der Vereinten Nationen, Valerie Amos, bei einem Besuch der Rebellenhochburg Benghasi. Die Stadt im Osten Libyen ist auch Ziel des von der Internationalen Organisation für Migration gecharterten Schiffs.

"Wir haben ein sehr, sehr kleines Fenster, um alle rauszubekommen. Wir haben nicht den Luxus von Tagen, sondern Stunden", sagte Pasquale Lupoli von IOM. "Und die Migranten, die noch in Misrata sind, können so nicht viel länger überleben." Bereits am Freitag hatte die Organisation 1200 Menschen aus der strategisch wichtigen Stadt - es ist die westlichste Hochburg der Aufständischen - mit einem Schiff gerettet.

Eine Entspannung des Konflikts deutete sich trotz der Nato-Luftangriffe nicht an. Allein durch die Angriffe am Sonntag in Misrata seien 25 Menschen getötet und etwa Hundert verletzt worden, die meisten von ihnen Zivilisten, sagte ein Rebellen-Sprecher. Auch Adschdabijah nahmen die Gaddafi-Truppen zum Wochenauftakt abermals ins Visier. "Die Lage ist nicht sehr gut", sagte ein 25-jähriger Aufständischer. "Wir wollen Waffen, moderne Waffen", forderte ein 21-jähriger Mitstreiter. "Wenn wir die hätten, dann könnten wir gegen (die Gaddafi-Truppen) vorrücken."

Die Rebellen wollen von Adschdabija aus versuchen, den Ölhafen Brega zurückzuerobern. Einen Monat nach Erteilung des UN-Mandats zum Schutz von Zivilisten haben die Aufständischen aber bislang dauerhaft keinen Boden im Kampf gegen Gaddafi gutmachen können. Auch die Luftangriffe internationaler Streitkräfte haben den Aufständischen noch keine entscheidenden Vorteile verschafft. Experten sprechen von einer Patt-Situation.

Die Nato hat zwar angekündigt, bis zum Sturz Gaddafis weiterzukämpfen. Den Einsatz von Bodentruppen schließen westliche Staaten jedoch strikt aus.

Kommentare (4)

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Thomas-Melber-Stuttgart

18.04.2011, 21:28 Uhr

Offenbar ist Misrata keine "offene Stadt" sondern wird von den Aufständischen als Festung betrachtet und verteidigt. Damit wird die Stadt leider zum militärischen Ziel.

Account gelöscht!

18.04.2011, 21:59 Uhr

Hoffentlich fällt die Stadt bald.

Che

18.04.2011, 23:22 Uhr

Shalom i Spiritui Sancto Vatikan,God bless the USA,Großbritannien,Frankreich:Nun für die Zukunft hoffe ich das die USA einen Nuklear Betriebenen Kampfstern für solche Fälle Entwickelt,aber im Moment sollte man den Freiheitskämpfern doch zumindest die verfügbaren Modernen Waffen zu Verfügung stellen.

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