Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.05.2011

13:19 Uhr

Libyen-Konflikt

Nato fliegt neue Attacken auf Tripolis

19 Menschen sollen bei jüngsten Angriffen der Nato auf Tripolis getötet worden sein. Die libysche Hauptstadt wurde von Detonationen erschüttert. Gleichzeitig geht die Nato auch diplomatisch in die Offensive.

Schwere Explosionen haben die libysche Hauptstadt in der Nacht zu Mittwoch erschüttert. Quelle: dpa

Schwere Explosionen haben die libysche Hauptstadt in der Nacht zu Mittwoch erschüttert.

TripolisDie Nato hat ihre Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis verstärkt. Die Angriffe am Dienstagabend seien die schwersten seit mehr als zwei Monaten gewesen, teilte das Militärbündnis am Mittwoch mit. Tripolis wurde spät am Abend innerhalb von zehn Minuten von sechs lauten Explosionen erschüttert. Bereits 24 Stunden zuvor hatte die Nato massiv Angriffe geflogen und dabei auch eine Wohnanlage von Gaddafi ins Visier genommen. Nach libyschen Angaben wurden dabei 19 Menschen getötet. Die libysche Nachrichtenagentur Jana meldete, bei den Nato-Angriffen sei auch eine Moschee getroffen worden. Dafür lag zunächst keine offizielle Bestätigung vor.

Die Nato hat die Angriffe, angeführt von Frankreich, Großbritannien und den USA, am 19. März nach einem Beschluss des UN-Sicherheitsrates begonnen. Der Einsatz dient der Nato zufolge dem Schutz der Zivilbevölkerung vor gewaltsamen Übergriffen der Gaddafi-Truppen. Der französische Außenminister Alain Juppe hatte am Dienstag gesagt, der Einsatz sollte sein Ziel binnen Monaten erreichen. Kritiker fürchten aber, dass er sich in die Länge ziehen könnte und das Militärbündnis in einen Bürgerkrieg verwickelt werden könnte, ohne dass Gaddafi auf absehbare Zeit zurücktritt.

G8 verstärken Diplomatie

Unterdessen wurden die diplomatischen Bemühungen für eine Lösung verstärkt. Die sieben führenden Industrienationen und Russland (G8) wollen bei ihrem Treffen diese Woche über einen Ausweg aus der Krise beraten. Es wird erwartet, dass Russland einen Vermittlungsvorschlag vorlegen wird. Im südafrikanischen Rundfunk wurde unter Berufung auf libysche Kreise zudem berichtet, Präsident Jacob Zuma werde nächste Woche nach Tripolis reisen, um dort über eine Exit-Strategie für Gaddafi zu beraten. Zumas erster Vermittlungsversuch im April war allerdings gescheitert. Die Rebellen hatten damals nicht geglaubt, dass Gaddafi sich an die Abmachungen halten würde. Auch Vertreter der Afrikanischen Union (AU) wollten noch im Laufe des Tages in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba zusammenkommen, um über die Lage in Libyen zu beraten.

Die französische Zeitung "France Soir" berichtete, Gaddafi sei es leid, einen Bürgerkrieg zu führen unter ständigem Beschuss durch die Nato und würde zurückgetreten, vorausgesetzt er dürfe in Libyen bleiben. Dem Bericht zufolge laufen hinter den Kulissen seit Wochen Gespräche mit Vertretern aus westlichen Ländern, darunter Frankreich. Öffentlich hat Gaddafi mehrfach gesagt, er werde bis zum Tod weiterkämpfen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×